Johann Delcourt, Mitarbeiter am Dienst für Verhaltensbiologie der Universität Lüttich, verfolgt die Bewegungen der besenderten Tiere seit dem Feuer genau. „Wir haben nicht mehr lebende als tote Vögel gefunden. Ich bewege mich weiterhin in denselben Zahlen“, erklärte Delcourt gegenüber der Tageszeitung „La Meuse“. Von den zwölf beobachteten Birkhühnern gelten sieben als lebend, eines ist tot, bei vier weiteren bleibt der Status unklar.
Die sieben überlebenden Tiere haben die verbrannten Flächen verlassen und sich in nicht vom Feuer betroffene Gebiete zurückgezogen. Inzwischen halten sie sich alle am südlichen Rand des Venns auf. Darunter befinden sich ein Hahn und sechs Hennen. „Es ist positiv, dass so viele Weibchen darunter sind“, sagt Delcourt. „Ein Männchen kann alle sechs befruchten, das könnte sechs Gelege ermöglichen.“ Doch der Wissenschaftler bleibt vorsichtig.
Auch das von Feuerwehrleuten während des Brandes lebend gefundene Birkhuhn ist inzwischen verendet. Der Brand habe dem Tier „natürlich nicht geholfen“, so Delcourt. Vermutlich sei es aber bereits vor dem Feuer geschwächt gewesen. Der Tod könne daher nicht allein auf den Brand zurückgeführt werden. Besonders schwierig bleibt die Einschätzung der nicht besenderten Tiere. „Ich habe keine Informationen über die Vögel, die nicht ausgestattet sind“, betont Delcourt. Für einen genauen Überblick über die gesamte Population fehlen derzeit belastbare Hinweise. „Ich mache mir weiterhin Sorgen um eine kleine Hälfte dieser Population“, sagt er. Wenn von 30 oder 40 Tieren die Rede sei, bleibe das eine grobe Schätzung. Entscheidend sei ohnehin nicht die Gesamtzahl, sondern die Zahl der Hähne im Frühjahr. Ziel seien rund 30 Männchen – „davon sind wir sehr weit entfernt“.
Große Sorgen bereitet vor allem der Zustand des Lebensraums. Die Schäden seien „schlimmer, als man es sich hätte vorstellen können“, sagt Delcourt. Mit dem Brand von 2011 sei die Lage nicht vergleichbar. Diesmal habe das Feuer tief in den Boden gefressen. „Dort, wo Torf war, ist nichts mehr. Der Boden ist verschwunden.“ Ein Hoffnungsschimmer bleibt der nordöstliche Teil des Venns. Dieses Gebiet blieb von den Flammen verschont, beherbergte bis in die 2000er Jahre noch Birkhühner und bietet laut Delcourt weiterhin geeignete Lebensräume. (red/arco)

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