Nach dem tödlichen Vorfall in Eupen: Interkulturelle Dialoggruppe warnt vor Pauschalisierung

<p>Im Eupener Scheiblerpark kam es Ende August zu einem tödlichen Vorfall.</p>
Im Eupener Scheiblerpark kam es Ende August zu einem tödlichen Vorfall. | Foto: David Hagemann

Der Vorfall vom 30. August habe viele Menschen in Eupen tief erschüttert, heißt es in der Erklärung. Ein Mensch sei gestorben, weitere seien verletzt worden. Zudem hätten Familien und Kinder das Geschehen miterlebt. Die Dialoggruppe spricht den Betroffenen und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus.

Mit Sorge beobachte man allerdings, dass die Ereignisse genutzt würden, „um Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder kulturellen Zugehörigkeit pauschal zu stigmatisieren, gegeneinander aufzubringen oder gar zu bedrohen“. Gerüchte, Falschinformationen und Hassbotschaften würden Angst und Misstrauen schüren.

Nach Auffassung der Dialoggruppe darf die Auseinandersetzung nicht als Konflikt zwischen unterschiedlichen Kulturen oder Gemeinschaften dargestellt werden. Es habe sich um eine tragische Auseinandersetzung zwischen einzelnen Personen gehandelt. Die Verantwortung liege bei den Beteiligten und könne nicht einer gesamten Bevölkerungsgruppe zugeschrieben werden.

Die Gruppe verweist zugleich auf das langjährige Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in Eupen. So stehe die Stadt seit vielen Jahren für ein vielfältiges und weitgehend friedliches Miteinander. Dazu würden zahlreiche Menschen, Vereine und Gemeinschaften im Alltag beitragen. Ein einzelner tragischer Vorfall dürfe dieses Zusammenleben nicht grundsätzlich infrage stellen.

Probleme und Konflikte müssten dennoch offen angesprochen werden können, betont die Dialoggruppe. Voraussetzung dafür seien Sachlichkeit, Respekt und die Bereitschaft, einander zuzuhören. Gerade in der aktuellen Situation sei es wichtig, „miteinander statt übereinander“ zu sprechen und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Die Interkulturelle Dialoggruppe besteht seit 2015. In ihr kommen Vertreter unterschiedlicher Kultur- und Religionsgemeinschaften sowie soziale Akteure aus Eupen zusammen. (red/svm)

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