Damit endet ein jahrelanger schrittweiser Abbau. Vor zehn Jahren arbeiteten noch mehr als 200 Menschen bei Benteler in Gent. Das Unternehmen produziert Komponenten für Vorder- und Hinterachsen.
Dass die Zukunft des Standorts unsicher ist, war nach Angaben der Gewerkschaften schon lange bekannt. „Die Schließung schwebt seit ungefähr zehn Jahren über uns“, erklärt Marc Staelens von der sozialistischen Gewerkschaft ABVV. Volvo habe die verbleibenden Aufträge immer wieder verlängert und damit eine begrenzte Produktion ermöglicht. „Aber jetzt ist es endgültig.“
Für die verbliebenen Beschäftigten haben Unternehmensleitung und Gewerkschaften inzwischen eine Sozialvereinbarung ausgehandelt. Zusätzlich zu den gesetzlich vorgesehenen Kündigungs- und Schließungsentschädigungen sind weitere Zahlungen vorgesehen. Auch Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz soll angeboten werden.
Obwohl viele Beschäftigte seit Jahren mit dem Aus des Werks rechnen mussten, treffe die endgültige Nachricht sie hart, berichtet Staelens. Auch Els De Vos von der christlichen Gewerkschaft ACV geht davon aus, dass mit dem Ende des Volvo-Vertrags im April 2027 endgültig Schluss sein wird.
Zulieferer geraten zunehmend unter Druck
Benteler ist rund um das Volvo-Werk in Gent kein Einzelfall. Mehrere Autozulieferer befinden sich bereits seit längerer Zeit im Abbau. Nach Einschätzung der Gewerkschaften wächst der Druck auf die Unternehmen, immer günstiger und flexibler zu produzieren. Gleichzeitig würden bei neuen Fahrzeugmodellen die Aufträge regelmäßig neu vergeben. „Dieses Spiel zwischen den Autoherstellern und den Zulieferern ist schrecklich“, kritisiert Staelens.
Auch beim Stoßfängerhersteller Plasman stehen wichtige Entscheidungen über die Zukunft des Standorts bevor. Nachdem bereits Aufträge von Volvo weggefallen waren, konnte nach Angaben der Gewerkschaften nun auch Arbeit für BMW nicht gehalten werden. Damit steht eine vollständige Schließung im Raum. Bei Plasman arbeiten derzeit noch mehr als 300 Menschen. (belga/calü)

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