Während des Großbrands, der am 14. August seinen Anfang nahm, seien weite Teile Ostbelgiens zeitweise von dichtem Rauch betroffen gewesen, erklärte Elke Comoth. Die Bevölkerung war unter anderem aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Dabei habe es sich nicht nur um eine Geruchsbelästigung gehandelt, sondern möglicherweise um eine gesundheitlich relevante Belastung durch Feinstaub und andere Schadstoffe. Besonders im Blick stünden Kinder, ältere Menschen und Personen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Comoth wollte deshalb wissen, wie die Gesundheitsgefährdung bewertet wird, welche Warnmechanismen bestehen und welche Lehren aus dem Brand gezogen werden.
Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg verwies zunächst darauf, dass die Überwachung und Bewertung der Luftqualität in die Zuständigkeit der Wallonischen Region fällt. Diese habe während des Brandes fortlaufend über die Lage, die Luftqualität und gesundheitliche Vorsichtsmaßnahmen informiert. Den vorliegenden Informationen zufolge seien sowohl Teile der Bevölkerung als auch Rettungs- und Einsatzkräfte „zeitweise einer erhöhten Belastung durch Feinstaub und andere luftgetragene Schadstoffe ausgesetzt“ gewesen. Die Luftqualität werde über ein Netz von Messstationen überwacht. Nach Ausbruch des Vennbrands sei die Überwachung zusätzlich verstärkt worden. Unter anderem seien am 17. August sieben zusätzliche Mikrosensoren rund um das betroffene Gebiet installiert worden. Weitere Messgeräte wurden in Eupen und Jalhay aufgestellt. Die Ergebnisse seien über verschiedene öffentliche Informationsangebote zugänglich.
Für akute Gefahrenlagen stehen laut Klinkenberg mehrere Warnwege zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere BE-Alert, die lokalen Behörden, Feuerwehr und Polizei sowie Warnungen über Medien und digitale Informationsangebote. Während des Vennbrands seien entsprechende Warnungen wegen der Rauchbelastung sowohl über BE-Alert als auch über belgische und deutsche Medien verbreitet worden. Gleichzeitig sollen Konsequenzen aus dem Brand gezogen werden. Klinkenberg verwies auf Ende August angekündigte Maßnahmen der Wallonischen Regierung. Vorgesehen seien unter anderem eine Überprüfung und Verbesserung der Warnsysteme einschließlich geolokalisierter Warnmeldungen, eine angepasste Überwachung der Luftqualität bei Ereignissen wie Waldbränden sowie eine bessere Koordination gesundheitsbezogener Warnungen zwischen den verschiedenen staatlichen Ebenen. Auch die Krisenkommunikation soll mit Blick auf künftige Großereignisse ausgewertet werden. (sc)

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