Nach dem Restaurantbesuch auf einen Gewinn hoffen: Belgien plant neue Lotterie

<p>Gut besuchte Restaurantterrassen in Ostende: Künftig könnte sich die Quittung nach dem Essen doppelt lohnen. Die Nationallotterie plant ab Mitte 2027 ein Gewinnspiel, das zugleich im Kampf gegen Mehrwertsteuerbetrug helfen soll.</p>
Gut besuchte Restaurantterrassen in Ostende: Künftig könnte sich die Quittung nach dem Essen doppelt lohnen. Die Nationallotterie plant ab Mitte 2027 ein Gewinnspiel, das zugleich im Kampf gegen Mehrwertsteuerbetrug helfen soll. | Foto: belga

Der Spielerschutz bleibt nach Angaben der Nationallotterie eine der zentralen Säulen ihrer Arbeit. Künftig soll das bestehende Angebot noch stärker nach seinem jeweiligen Risiko bewertet werden. Dafür müssen nicht zwangsläufig neue Spiele entwickelt werden.

„Das Ziel besteht nicht darin, die Menschen zu mehr Spielen zu bewegen, sondern die bestehende Nachfrage auf Lotteriespiele mit geringem Risiko zu lenken“, erklärt die Nationallotterie. Im Mittelpunkt stünden insbesondere klassische Ziehungsspiele, bei denen viele Menschen gelegentlich kleinere Beträge einsetzen.

Wie riskant ein Spiel ist, soll anhand objektiver und wissenschaftlich anerkannter Kriterien beurteilt werden. Dabei gilt: Je höher das Risiko, desto umfangreicher sollen auch die Schutzmaßnahmen und Kontrollen ausfallen.

Ein Rat für verantwortungsvolles Spielen, der mehrheitlich aus unabhängigen externen Experten besteht, soll sowohl das bestehende als auch das künftige Spieleangebot analysieren und Empfehlungen aussprechen.

Mehr Kontrollen beim Verkauf an Minderjährige

Verschärft werden sollen zudem die Kontrollen in den Verkaufsstellen. Um zu überprüfen, ob das Verkaufsverbot an Minderjährige eingehalten wird, sind künftig 2.000 Testkäufe pro Jahr vorgesehen.

Eine weitere Neuerung betrifft die Gastronomie. Gemeinsam mit dem föderalen Finanzministerium soll die Nationallotterie ein Gewinnspiel entwickeln, bei dem Mehrwertsteuer-Kassenbelege aus Restaurants eine zentrale Rolle spielen.

Die Idee dahinter: Verbraucher sollen einen zusätzlichen Anreiz erhalten, im Restaurant konsequent nach ihrer Rechnung zu fragen. Auf diese Weise soll zugleich die Bekämpfung von Mehrwertsteuerbetrug unterstützt werden. Ähnliche Systeme gibt es bereits in anderen Ländern; auch die Föderalregierung hatte in ihrem Regierungsabkommen angekündigt, ein solches Modell für Belgien prüfen zu wollen.

Nach dem derzeit untersuchten Konzept sollen regelmäßig kleinere Gewinne vergeben werden, wobei die Teilnehmer nahezu unmittelbar erfahren könnten, ob sie gewonnen haben.

Starten könnte das System Mitte 2027. Bis dahin soll im Horeca-Sektor eine ausreichende Zahl der neuen intelligenten Kassensysteme im Einsatz sein, deren jüngste Version seit dem 1. Juli verpflichtend ist. (belga/calü)

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