Alles begann 1966 unter dem Dach der Christlichen Arbeiterbewegung (CAB) und des belgischen Bauernbundes. Die Motivation war und ist einfach: „Bildung als echten Schlüssel zu begreifen, der Aufstiegschancen schafft, den Blick für die Gesellschaft schärft und Menschen ermutigt, Verantwortung zu übernehmen. Demokratische Werte und gesellschaftlicher Zusammenhalt steht bei der VHS von Anfang an im Mittelpunkt und ist heute aktueller denn je“, heißt es seitens der VHS.
Von wegweisenden Projekten zu starken Sozialbetrieben
Ein Blick zurück, zu den Anfängen und dem ambitionierten zweiten Bildungsweg: Vier Jahre lang opferten junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ihren Samstag, und vertieften ihr Wissen in Fächer wie Recht, Soziologie, Wirtschaft, Literatur und Philosophie. Belohnt wurde das Engagement mit einem Graduat der Universität Namur mit der Option auf weiterführende Studien an der Universität Löwen. „Viele dieser Absolventen und Absolventinnen haben unsere Region und das öffentliche Leben maßgeblich mitgeprägt“, unterstreichen die Verantwortlichen der VHS. Natürlich haben sich die Zeiten, die Strukturen und die Angebote gewandelt. Vom klassischen Vierjahreskurs über die Frauenbildungskurse bis hin zum heutigen offenen Programm mit modernen Kursformaten zu aktuellen Themen.
Die VHS war für die Menschen in Ostbelgien „schon immer viel mehr als nur ein Ort zum Lernen: Sie ist ein Ort der Begegnung, des offenen Austauschs und eine Ideenschmiede geblieben“. Aus diesem lebendigen Miteinander sind im Laufe der Jahre zahlreiche Projekte entstanden, aus denen wichtige soziale Einrichtungen und Betriebe hervorgegangen sind, die aus Ostbelgien nicht mehr wegzudenken sind. Auch die Ehrenamtsplattform EMJA, die Plattform Demino für die politische Bildung oder die Akademie 50+, die im vergangenen Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiern durfte und inzwischen fest in der DG verwurzelt ist, – all diese Initiativen sind zu echten Herzstücken und unverzichtbaren Pfeilern des gesellschaftlichen Zusammenhalts geworden.
Was einst klein begann, hat sich über sechs Jahrzehnte hinweg zu einem festen Akteur der Erwachsenenbildung entwickelt. Dass die VHS heute den Nerv der Zeit treffe, zeige sich am aktuellen Programm, heißt es weiter. „Ohne die verlässliche Unterstützung durch die DG, wäre dieses vielfältige Angebot, das soziale Zusammengehörigkeit stärkt und neue Bildungswege bietet, kaum denkbar“, heben die Verantwortlichen hervor.
Vor dem Hintergrund des 60-jährigen Bestehens der Volkshochschule und seiner 20-jährigen Präsidentschaft betont Bernd Despineux: „In den letzten 20 Jahren durfte ich miterleben, wie wichtig die Erwachsenenbildung als zweite Chance für unsere Gesellschaft ist. Sie schafft Bildungsgerechtigkeit und macht den sozialen Aufstieg für viele überhaupt erst möglich.“

In den Kernaufgaben stehen laut VHS die Menschen und ihre persönlichen Geschichten immer im Vordergrund. Die Sprachkurse, Alphabetisierung und Integrationskurse seien oft die erste Brücke und Orientierung in den Arbeitsmarkt und ins alltägliche Leben. Wenn Teilnehmer ihre Sprach- und Integrationskurse erfolgreich abschließen, werde dieses Selbstbewusstsein und das echte Gefühl angekommen zu sein spürbar. „Dann ist auch der Weg hin zum Arbeitsmarkt nicht mehr weit“, so die VHS.
Gleichzeitig geht die Entwicklung rasant weiter: Ob Digitalisierung, gesellschaftliche Umwälzungen oder neue Herausforderungen. „Durch innovative Lernformate, starke Kooperationen und europäischen Austausch passen wir uns ständig an. Getragen wird diese gemeinsame Weiterentwicklung von der hohen Motivation im Team der VHS.“
60 Jahre VHS-Ostbelgien bedeutet vor allem eins: „Stolz auf das, was gemeinsam geschafft wurde, und große Vorfreude auf das Neue, was kommt.“ Bewährte persönliche Begegnungen würden verbunden mit modernen, digitalen Möglichkeiten, um Bildung noch flexibler in den Alltag der Menschen zu bringen, erklärt die Erwachsenenbildungsorganisation.
Die VHS bleibe auch nach sechs Jahrzehnten ein „warmer, lebendiger Treffpunkt für alle, die lebenslanges Lernen in ihrem Leben integrieren“. Die Lernformate hätten sich im Laufe der Zeit kontinuierlich weiterentwickelt und präsentierten sich heute offener und moderner denn je. „Ob beruflich, persönlich oder im Rahmen der politischen Bildung: Unsere aktuellen Angebote laden ein, Neues zu entdecken. Die VHS möchte dazu beitragen, eine Gesellschaft zu fördern, die auf Vielfalt, Toleranz und Zusammenarbeit baut. Dieses Versprechen gilt auch für die Zukunft: Die Teilnehmende auf ihrem Weg zu begleiten für ein echtes und starkes Miteinander“, erklärt die VHS abschließend.
Hintergrund: Gewinnspiel zum 60. Geburtstag der VHS

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