Telefon, SMS und E-Mail: Belgien blockiert Hunderte Millionen Betrugsversuche

<p>Betrügerische Anrufe sind in Belgien weiterhin ein großes Problem. Allein in der ersten Hälfte des Jahres fingen die Telekommunikationsanbieter 103 Millionen verdächtige Anrufe ab.</p>
Betrügerische Anrufe sind in Belgien weiterhin ein großes Problem. Allein in der ersten Hälfte des Jahres fingen die Telekommunikationsanbieter 103 Millionen verdächtige Anrufe ab. | Foto: picture alliance/dpa

Für die Auswertung fragte das IBPT Daten bei Digi, Lycamobile, Orange, Proximus und Telenet ab. Rund 70 Prozent der abgefangenen Anrufe entfielen auf sogenanntes Spoofing. Dabei fälschen Betrüger die angezeigte Rufnummer, um sich beispielsweise als Bank oder Behörde auszugeben und so das Vertrauen ihrer potenziellen Opfer zu gewinnen.

Insgesamt erkannten oder blockierten die Anbieter in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 74 Millionen solcher Spoofing-Anrufe.

Doch das Telefon ist längst nicht der einzige Weg, über den Betrüger ihre Opfer zu erreichen versuchen. Zusätzlich fingen die Telekomunternehmen mehr als 7,2 Millionen betrügerische SMS und rund 419 Millionen betrügerische E-Mails ab. Etwa 6.000 belgische Mobilfunknummern, die für Betrugsversuche genutzt wurden, wurden abgeschaltet. Zudem wurde der Zugang zu rund 53.000 Telefonnummern blockiert.

Betrüger weichen zunehmend auf WhatsApp aus

Gleichzeitig passen Kriminelle ihre Methoden immer wieder an. Maßnahmen gegen Betrugsformen wie gefälschte SMS – sogenanntes Smishing – oder Spoofing sorgten zwar dafür, dass deutlich weniger solcher Versuche die Verbraucher erreichten. Dafür verlagere sich das Problem zunehmend auf andere Kanäle.

„Wir beobachten eine Verschiebung, bei der Betrüger immer häufiger alternative Kanäle wie WhatsApp nutzen, auf die die Telekommunikationsanbieter keinen Einfluss haben“, erklärt das IBPT. Die Behörde prüfe derzeit, wie darauf reagiert werden könne.

Das Institut arbeitet nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Telekomunternehmen daran, Telefonbetrug einzudämmen. Die Zahlen zeigten einerseits das enorme Ausmaß der Bedrohung, andererseits aber auch, wie viele Betrugsversuche bereits gestoppt würden, bevor sie Verbraucher oder Unternehmen erreichten.

Die Behörde ruft zugleich die Bürger zu besonderer Vorsicht auf. Anrufe, die auf dem Smartphone als „privat“, „anonym“, „unterdrückte Nummer“ oder „unbekannt“ angezeigt werden, seien zwar nicht automatisch betrügerisch, sollten derzeit aber als besonders verdächtig betrachtet werden.

Das IBPT empfiehlt, solche Anrufe nicht sofort anzunehmen, sondern zunächst auf die Mailbox weiterzuleiten. Dort könne anschließend in Ruhe geprüft werden, ob es sich um einen legitimen Anrufer handelt. Eine entsprechende Einstellung sei auf modernen Smartphones möglich. (belga/calü)

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