Fast jeder fünfte Unfall mit Verletzten oder Todesopfern in der Wallonie – rund 18 Prozent – ist ein Auffahrunfall oder eine Kollision, an der mindestens drei Verkehrsteilnehmer beteiligt sind. Bei mindestens 14 Prozent dieser Unfälle wurde der vorgeschriebene Sicherheitsabstand nicht eingehalten.
Besonders auffällig ist das Problem auf den Autobahnen. Dort ist der Anteil der Unfälle, bei denen ein Fahrer zu wenig Abstand hielt, mit 15 Prozent fünfmal so hoch wie auf anderen Straßen, wo er bei drei Prozent liegt.
Auch tagsüber kommt es häufiger zu solchen Unfällen. Dichterer Verkehr führt dann zu mehr Bremsmanövern, stockendem Verkehr und häufigeren Geschwindigkeitswechseln.
Dass zu dichtes Auffahren keineswegs selten vorkommt, zeigt eine AWSR-Umfrage unter 1.000 wallonischen Autofahrern vom vergangenen Mai. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) räumt ein, gelegentlich dicht auf das vorausfahrende Fahrzeug aufzufahren, um dessen Fahrer zum Beschleunigen oder zum Wechsel auf die rechte Spur zu bewegen. Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) fährt bewusst dichter auf, um andere Autofahrer daran zu hindern, sich vor ihm einzufädeln.
Die Verkehrssicherheitsagentur erinnert deshalb an die Zwei-Sekunden-Regel: Zwischen dem eigenen Fahrzeug und dem vorausfahrenden Wagen sollten mindestens zwei Sekunden Abstand liegen. Bei Tempo 120 entspricht das etwa 70 Metern.
Bei Regen empfiehlt die AWSR mindestens drei Sekunden Abstand, bei Schnee oder Glätte vier Sekunden. Besondere Vorsicht sei außerdem in der Nähe von Lastwagen geboten. (belga/calü)

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