Skeyes reagierte mit deutlicher Kritik. Die Flugsicherung bedauere „das Ausmaß und die Dauer der angekündigten Aktionen“ sehr. Eine zehnstündige Arbeitsunterbrechung während 24 aufeinanderfolgender Nächte könne erhebliche Folgen für den Betrieb des Flughafens, die Fluggesellschaften und deren Passagiere haben. Betroffen seien zudem zahlreiche Unternehmen und Beschäftigte, die von den Aktivitäten am Airport abhängig seien.
Hintergrund des Konflikts ist die Vergütung der Nachtarbeit. Bereits am 29. Juli war eine Streikankündigung eingereicht worden. Während eines seit Ende Juli laufenden Schlichtungsverfahrens waren mögliche Aktionen zunächst ausgesetzt worden. Am Montag scheiterte schließlich der letzte Versuch, eine Einigung zwischen den Sozialpartnern zu erzielen.
Über die finanziellen Forderungen gehen die Darstellungen beider Seiten deutlich auseinander. Nach Angaben von Skeyes verlangen die Gewerkschaften eine Erhöhung der Nachtzulage auf 160 Prozent des derzeitigen Betrags, der bereits mehr als 1.000 Euro pro Dienst und Fluglotse betrage. Die Flugsicherung lehnt dies unter anderem mit dem Hinweis ab, dass der Flughafen nachts geschlossen sei.
Die Gewerkschaften widersprechen dieser Darstellung. Die betroffenen Fluglotsen erhielten derzeit keine spezielle Vergütung für Nachtarbeit, erklärte die christliche Gewerkschaft CSC. Dabei leisteten sie ebenso wie Kollegen an anderen Standorten wichtige Dienste am Abend, in der Nacht und am frühen Morgen. „Ihre Forderung ist einfach: Sie wollen gleich behandelt werden und vergleichbare Bedingungen erhalten wie Kollegen, die ähnliche Aufgaben ausüben“, heißt es von der CSC.
Auch die liberale Gewerkschaft VSOA/SLFP weist darauf hin, dass trotz der theoretischen nächtlichen Schließung des Flughafens weiterhin Flugverkehr stattfinde. Grund dafür sei eine Vereinbarung zwischen dem Flughafen und Ryanair, die es dort stationierten Maschinen ermögliche, auch nachts zu landen.
Nach dem Scheitern der Gespräche sehen die Fluglotsen nach Angaben der CSC keine andere Möglichkeit mehr, als die Streikankündigung zu aktivieren. Dieser Schritt erfolge „mit Bedauern und als letztes Mittel“.
Sollten die Aktionen wie angekündigt stattfinden, wäre der nächtliche Flugverkehr in Charleroi über mehr als drei Wochen hinweg betroffen. (belga/calü)

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