Doppelpacker Yannik Engelhardt tröstete nach dem Sprung an die Spitze seine niedergeschlagenen Ex-Kollegen, Eugen Polanski trottete mit hängendem Kopf über den Platz. Während die Freiburger glückselig die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga feierten, setzte Borussia Mönchengladbach seinen Horror-Start an einem Samstagnachmittag zum Vergessen nahtlos fort. Die Fohlenelf ging im Breisgau mit 0:5 (0:2) unter, für Trainer Eugen Polanski dürfte die Luft immer dünner werden.
„Die ersten 15, 20 Minuten waren ordentlich, aber mit einem Tor brechen wir wieder ein“, sagte Kevin Stöger bei Sky: „Wir kommen hierhin, spielen ein bisschen gut mit, aber das reicht nicht in der Bundesliga. Du kriegst fünf Dinger - extrem scheiße.“ Zu allem Überfluss flog Kapitän Tim Kleindienst mit Gelb-Rot vom Platz (52.) und wird kommende Woche gegen Mainz fehlen, doch auch zuvor präsentierte sich die Fohlenelf erschreckend harmlos und fehlerhaft.
Engelhardt (23./79.) und Igor Matanovic (29./77.) trafen jeweils doppelt für die Breisgauer, die erstmals überhaupt nach drei Spieltagen mit der Maximalausbeute von neun Punkten dastehen. Den Endstand besorgte Maximilian Eggestein (86.). Zum dritten Mal nach den Spielzeiten 2022/23 und 2024/25 führt der Sport-Club wieder die Bundesliga-Tabelle an. „Für den Moment ist es ganz cool. Man soll die Feste feiern, wie sie fallen“, sagte Engelhardt.
Am Niederrhein hatte es nach der bitteren 3:4-Heimniederlage gegen Aufsteiger Elversberg bereits gewaltig rumort. Kleindienst äußerte deutliche Kritik an seinen Mitspielern (“weniger TikTok gucken“), wurde daraufhin von der sportlichen Führung zu einem klärenden Gespräch gebeten. Dazu wächst im Umfeld die Ablehnung gegenüber Polanski. Der Trainer setzte in der schwierigen Situation auf etwas mehr Erfahrung in der Startelf.
Dennoch war die Verunsicherung spürbar, Freiburg übernahm sogleich das Kommando. Philipp Treu (10.), Engelhardt (12.) und Matthias Ginter (16.) kamen früh zu guten Chancen, die Fohlen konnten sich kaum einmal befreien. Nach einer Ecke segelte dann Moritz Nicolas unter dem Ball durch, der Ex-Gladbacher Engelhardt nickte am zweiten Pfosten ohne Mühe ein. Von der Borussia kam derweil offensiv gar nichts, es passte ganz wenig zusammen.
Stattdessen traf Matanovic mit einer Direktabnahme von der Strafraumkante, vom Innenpfosten sprang der Ball ins Tor. Yuiki Suzuki hätte allein vor Nicolas noch erhöhen können (38.), Gladbach war mit dem 0:2 zur Pause noch gut bedient. Auch die guten Vorsätze für Durchgang zwei waren dann schnell dahin, Kleindienst flog nach einem zweiten unnötigen Foul vom Feld. In Unterzahl schaffte die Elf vom Niederrhein kaum Entlastung, ließ sich weit hinten reindrücken.
Zumindest stand der tiefe Abwehrblock nun weitgehend stabil, Freiburg kam nicht mehr zu der Fülle an Chancen wie in Halbzeit eins. Das änderte sich erst in der Schlussviertelstunde, als der SCF die Führung weiter ausbaute. (sid/rt)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren