Hohes Venn: Föderalregierung will nach Großbrand EU-Hilfen beantragen

<p>Nach dem Großbrand im Hohen Venn will Belgien Unterstützung aus dem EU-Solidaritätsfonds beantragen.</p>
Nach dem Großbrand im Hohen Venn will Belgien Unterstützung aus dem EU-Solidaritätsfonds beantragen. | Foto: David Hagemann

Les Engagés hatte die Föderalregierung bereits am 20. August dazu aufgefordert, einen entsprechenden Antrag vorzubereiten. Hintergrund sind die erheblichen Schäden, die der Brand im Hohen Venn verursacht hat. Nun soll ein Vorschlag für einen Antrag auf Unterstützung aus dem EU-Solidaritätsfonds ausgearbeitet werden.

Bereits während der Brandbekämpfung hatte Belgien europäische Unterstützung erhalten. Über das EU-Katastrophenschutzverfahren waren unter anderem Flugzeuge und Hubschrauber aus mehreren europäischen Ländern zur Unterstützung der belgischen Einsatzkräfte angefordert worden.

Fonds kann Wiederherstellung unterstützen

Der EU-Solidaritätsfonds kann Mitgliedstaaten nach schweren Naturkatastrophen finanziell unterstützen. Die Mittel können unter anderem für Sofortmaßnahmen und die Wiederherstellung betroffener Gebiete eingesetzt werden. Nach den Überschwemmungen im Juli 2021 hatte Belgien aus diesem Fonds 87,7 Millionen Euro erhalten.

Yvan Verougstraete, Parteivorsitzender von Les Engagés und Europaabgeordneter, begrüßte die Entscheidung. Seine Partei habe darauf gedrängt, nicht nur die unmittelbare Katastrophenhilfe in den Blick zu nehmen, sondern auch die Zeit nach dem Brand vorzubereiten. Europäische Solidarität müsse sich auch in konkreter Unterstützung für die betroffenen Gebiete niederschlagen.

Auch der CSP-Europaabgeordnete Pascal Arimont begrüßt den geplanten Antrag. Er verweist auf den Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Behörden, Landwirten und Freiwilligen während des Brandes. „Nun muss diese Solidarität auch in der Phase des Wiederaufbaus fortgesetzt werden“, erklärt Arimont.

Arimont fordert Unterstützung für Landwirte

Nach Ansicht des Europaabgeordneten dürften dabei auch jene nicht vergessen werden, die mit eigenen Mitteln die Rettungsdienste unterstützt haben. Arimont hatte sich zuletzt gemeinsam mit dem wallonischen Abgeordneten und Malmedyer Bürgermeister Jean-Paul Bastin (Les Engagés) für einen Mechanismus ausgesprochen, mit dem der Einsatz von Landwirten anerkannt und deren Aufwendungen entschädigt werden können.

Nach Angaben von Les Engagés waren rund 100 Landwirte an den Löscharbeiten beteiligt und stellten dafür ihre Zeit, Maschinen und weitere eigene Mittel zur Verfügung. Arimont und Bastin fordern deshalb auch für künftige Notlagen eine klare Regelung, wie solche Einsätze unterstützt und entschädigt werden können.

Les Engagés will nach eigenen Angaben die Vorbereitung des belgischen Antrags weiter begleiten. Die europäischen Mittel sollen möglichst rasch mobilisiert werden können, sobald das endgültige Ausmaß der Schäden feststeht. (red/rt)

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