Selbstfahrenden Maserati auf Limburger Autobahnen getestet

<p>Aidoptation hat die Genehmigung erhalten, ein vollständig autonomes Fahrsystem der Stufe 4 auf belgischen Autobahnen bei Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h zu testen. Die Tests haben auf der E313 und der E314 begonnen. Das Fahrzeug hat dort bereits knapp 200 Kilometer zurückgelegt.</p>
Aidoptation hat die Genehmigung erhalten, ein vollständig autonomes Fahrsystem der Stufe 4 auf belgischen Autobahnen bei Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h zu testen. Die Tests haben auf der E313 und der E314 begonnen. Das Fahrzeug hat dort bereits knapp 200 Kilometer zurückgelegt. | Foto: Eric Lalmand/Belga

Das Unternehmen, eine Ausgründung der amerikanischen Indy Autonomous Challenge (IAC), hatte Anfang Juli die Genehmigung erhalten, auf einem rund 100 Kilometer langen Abschnitt der beiden Autobahnen Testfahrten durchzuführen. Am Donnerstag wurden das Fahrzeug und erste Ergebnisse bei DronePort in Sint-Truiden vorgestellt.

Autonomes Fahren auf Autobahnen ermöglichen

Bei dem Testfahrzeug handelt es sich um einen elektrischen Maserati GranTurismo Folgore. Aidoptation hat den Wagen mit LiDAR-Sensoren, Radar, Kameras und Robotik ausgestattet. Ziel ist es, autonomes Fahren bei Autobahngeschwindigkeit zu ermöglichen. Dafür entwickelte das Unternehmen die Plattform „EdgeDrive“, die speziell für Geschwindigkeiten von 120 km/h und mehr ausgelegt ist – sofern die geltenden Tempolimits dies erlauben. Die Software übernimmt sämtliche Fahraufgaben, beobachtet die Umgebung und kann bei Bedarf selbstständig Notmanöver einleiten. Damit handelt es sich um autonomes Fahren der Stufe 4. Aus Sicherheitsgründen sitzt während der aktuellen Tests jedoch weiterhin ein Fahrer am Steuer, der jederzeit eingreifen kann.

„Wir sind inzwischen mehr als 200 Kilometer vollständig autonom gefahren“, erklärte Lead Engineer Rodrigo Senofieni von Aidoptation. Derzeit sammle das Unternehmen zwei- bis dreimal pro Monat Daten unter unterschiedlichen Bedingungen – etwa bei starkem Regen, dichtem Nebel, Sonnenschein, nachts und künftig auch bei Glatteis. Zudem werde zu verschiedenen Tageszeiten getestet, um Erfahrungen bei unterschiedlicher Verkehrsdichte zu sammeln. Die erhobenen Daten dienen laut Senofieni zunächst dazu, Modelle zur Vorhersage von Bewegungen im Verkehr zu trainieren. Außerdem werden damit hochpräzise digitale Simulationsumgebungen geschaffen, sogenannte „Digital Twins“. Diese sollen die Entwicklung der Software beschleunigen, bevor sie zunächst auf Testgeländen und später im realen Autobahnverkehr eingesetzt wird.

Vor der Genehmigung für die Autobahntests hatte das Fahrzeug bereits eine einjährige Testphase durchlaufen. Dabei wurde die Technologie unter anderem auf dem Ford-Testgelände in Lommel, auf der Piste von DronePort in Sint-Truiden sowie auf den Rennstrecken von Spa-Francorchamps und Zolder erprobt.

Bei 120 km/h Entscheidungen in Bruchteilen von Millisekunden

Aidoptation geht mit seinem Ansatz einen anderen Weg als viele andere Unternehmen im Bereich autonomes Fahren. Während zahlreiche Anbieter vor allem Robotaxis in Städten und Vororten entwickeln, konzentriert sich das belgische Unternehmen zunächst auf Autobahnen. „Wir wählen die schnelle Spur“, sagte Senofieni. Bei 120 km/h müssten Entscheidungen in Bruchteilen von Millisekunden getroffen werden. Genau dafür entwickle Aidoptation eine Software, die in gefährlichen Situationen sehr schnell und vollständig eigenständig reagieren könne.

Senofieni geht davon aus, dass innerhalb weniger Jahre Serienfahrzeuge verfügbar sein werden, die auf Autobahnen vollständig autonom fahren können. (belga/arco)

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