Ein Krankenpfleger in der häuslichen Pflege darf jährlich höchstens 235.000 Euro abrechnen. Die Obergrenze soll dabei helfen, überhöhte Abrechnungen aufzudecken und das Risiko von Betrug und unzureichender Pflege zu verringern.
Eine erste Kontrolle bei 27.000 Krankenpflegern hatte im Juni ergeben, dass drei bereits nach vier Monaten die Jahresgrenze überschritten hatten. Nach einer neuen Bilanz des Nationalen Intermutualistischen Kollegiums (NIC) sind inzwischen 20 weitere hinzugekommen.
Paul Callewaert von Solidaris, der auch dem NIC angehört, bezeichnet die Zahlen als auffällig. 235.000 Euro pro Jahr entsprächen etwa 19.000 Euro monatlich. Selbst bei einer Arbeitszeit von 15 Stunden täglich an sechs Tagen pro Woche seien laut Callewaert höchstens 12.000 Euro erreichbar. Bei den auffälligen Fällen liegen die monatlichen Abrechnungen zwischen 30.000 und 70.000 Euro.
Die 23 betroffenen Krankenpfleger wurden per Einschreiben informiert und müssen mit Sanktionen rechnen. Ihre noch offenen Rechnungen werden vorerst nicht bezahlt. Die Kontrolldienste des Landesinstituts für Kranken- und Invalidenversicherung (Likiv) setzen ihre Untersuchungen fort und können Fälle an die Justiz weiterleiten.
Weitere 132 Krankenpfleger könnten die Obergrenze noch in diesem Jahr erreichen. Insgesamt werden zwischen 400 und 800 Krankenpfleger wegen schnell steigender Abrechnungen genauer beobachtet. (belga/rt)

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