PISA 2025: Leistungen französischsprachiger Schüler gehen weiter zurück

<p>PISA 2025: Leistungen französischsprachiger Schüler gehen weiter zurück</p>
Illustrationsbild: dpa

Für die Studie wurden im vergangenen Jahr rund 800.000 15-Jährige aus 91 Ländern untersucht. In der Französischen Gemeinschaft (FG) nahmen rund 2.900 Schüler aus etwa 100 Sekundarschulen teil.

Seit 2018 haben die französischsprachigen Schüler nach Angaben von Bildungsministerin Valérie Glatigny (MR) in Mathematik 28 Punkte und beim Lesen 15 Punkte verloren. In den Naturwissenschaften beträgt der Rückgang drei Punkte. Die Ergebnisse bewegen sich mittlerweile in allen drei Bereichen ungefähr auf Höhe des OECD-Durchschnitts.

Glatigny warnt jedoch davor, dies als Verbesserung zu betrachten. Die Annäherung sei vor allem darauf zurückzuführen, dass auch der internationale Durchschnitt gesunken sei. „Das sind keine guten Ergebnisse“, erklärte sie. Man könne sich nicht damit zufriedengeben, die „weniger Schlechten“ zu sein.

Mehr Chancengleichheit

Positiv entwickelt hat sich die Chancengleichheit. Das französischsprachige Schulsystem galt lange als besonders sozial ungleich. Inzwischen hängt der schulische Erfolg weniger stark von der sozialen Herkunft ab als noch vor drei Jahren. Im internationalen Vergleich bleibt die Föderation Wallonie-Brüssel allerdings unter dem OECD-Durchschnitt.

Rund 22 Prozent der Schüler sprechen zu Hause nicht hauptsächlich Französisch, obwohl dies ihre Unterrichtssprache ist. Im OECD-Durchschnitt sind es 15 Prozent. Zudem hatten 35 Prozent der befragten Schüler mindestens einmal eine Klasse wiederholt. Dieser Anteil ist in den vergangenen 20 Jahren allerdings gesunken.

Glatigny sieht in den PISA-Ergebnissen eine Bestätigung für die bereits eingeleiteten Bildungsreformen. Dazu gehören eine stärkere Förderung der Grundkompetenzen, eine zusätzliche Mathematikstunde im ersten Sekundarschuljahr und höhere Anforderungen bei den externen Abschlussprüfungen. Hinzu kommen Maßnahmen gegen Fehlzeiten und Schulabbruch sowie das Handyverbot an Schulen.

Auch in Flandern sind die PISA-Ergebnisse erneut zurückgegangen. Dennoch schneiden die flämischen Schüler weiterhin besser ab als die französischsprachigen. Die PISA-Ergebnisse für die Deutschsprachige Gemeinschaft (DG) werden am Mittwochmorgen vorgestellt.

Die PISA-Studie untersucht alle drei Jahre die Kompetenzen 15-Jähriger in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Besonders gute Ergebnisse erzielten diesmal erneut Japan, Südkorea und Estland. (belga/rt)

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