Fußball-Verband entzieht FIFA-Chef Infantino die Unterstützung

<p>FIFA-Präsident Gianni Infantino</p>
FIFA-Präsident Gianni Infantino | Foto: Photo News

Infantino hatte Ende Juli die Gründung einer Gesellschaft vorgeschlagen, die künftig kommerzielle Aktivitäten und FIFA-Turniere wie die Weltmeisterschaft verwalten und dabei private Investoren einbinden sollte. Nach großem Widerstand aus der Fußballwelt wurde das Vorhaben wieder zurückgezogen. Für die Urbsfa bleiben jedoch „Fragen zu Entscheidungsprozessen und zur Governance“ offen. Der Verband erklärt, er stehe weiter in engem Austausch mit der FIFA und fordert „klare Antworten“.

Auch der Fall Balogun ist noch nicht verdaut. Zur Erinnerung: Der Stürmer der USA war im WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien mit Rot vom Platz geflogen und hätte das Achtelfinale gegen die Roten Teufel eigentlich verpassen müssen. Doch auch durch Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump wurde die Sperre wenige Stunden vor der Partie aufgehoben, Balogun durfte spielen – Belgien zog über einen 4:1-Sieg ins Viertelfinale gegen Spanien (1:2) ein. Trump gab seinen Anruf bei Infantino selber zu.

„Es bleiben wichtige Fragen offen“, so die Urbsfa: „Trotz unserer ausdrücklichen Forderungen nach einer klaren Begründung der Entscheidung und näheren Angaben dazu, wie solche Situationen in Zukunft gehandhabt werden sollen, haben wir noch keine zufriedenstellende Antwort erhalten. Auch hier ist die Urbsfa der Ansicht, dass vollständige Transparenz und klare Erklärungen unerlässlich sind.“

Der Landesverband hat beantragt, das „Dossier Balogun“ bei der kommenden Sitzung des FIFA-Rates am 15. Oktober zu behandeln. Pascale Van Damme, Präsidentin der Union Belge, gehört dem Rat an. Neben Belgien haben bereits mehrere europäische Verbände wie Schweden, Schottland und Italien Infantino ihre Unterstützung entzogen. Der Schweizer visiert im März 2027 eine erneute Wahl als FIFA-Präsident an. (belga/tf)

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