Mertens nach „chaotischem Tag“ in Runde zwei – Zverev ebenfalls weiter

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Elise Mertens steht in New York in Runde zwei. | Foto: belga

Dabei stand die Limburgerin aufgrund einer kurzfristigen Programmänderung früher auf dem Court als gedacht. „Es war ein spezieller und etwas chaotischer Tag. Mein Aufwärmen ist sehr eilig verlaufen, und vor dem Spiel habe ich kaum etwas essen können.“ Dennoch fand die Weltranglisten-20. gegen die Spanierin (WTA 107) schnell in ihren Rhythmus. Bei ihrer elften Teilnahme in Flushing Meadows trifft Mertens in Runde zwei auf Maria Timofeeva (WT 86) aus Usbekistan – das Erreichen des Viertelfinals 2019 und 2020 ist bis heute ihr bestes Ergebnis bei den US Open.

„Habe ich gebraucht“: Zverevs Freude über den „Fast-K.o.“

Abgekämpft, aber zufrieden schleppte sich Alexander Zverev nach seinem fast fünfstündigen Ritt auf der Rasierklinge durch die Katakomben des mächtigen Arthur Ashe Stadiums. Eigentlich wollte der Hamburger nach seinem Erstrundensieg bei den US Open nur noch ins Bett – doch er nahm sich noch kurz Zeit für eine Analyse. „Das“, sagte Zverev also weit nach 2 Uhr Ortszeit in New York, „war ein Match, das ich gebraucht habe“.

Von Ärger darüber, dass es gar so intensiv geworden war in dieser wilden Night Session von Flushing Meadows? Keine Spur. Dabei steht schon am Donnerstag gegen den Franzosen Quentin Halys das nächste Match an. Das 6:4, 3:6, 6:7 (7:9), 7:5, 6:4 gegen den schier unkaputtbaren Lorenzo Sonego, der zwischenzeitlich nur zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt gewesen war, soll Zverev abhärten – auf seinem Weg zum erhofften zweiten Grand-Slam-Titel.

„Ich hoffe, dass ich jetzt weiter mein Level steigern kann nach diesem Spiel“, sagte der Hamburger, der das erste Erstrunden-Aus in New York seit 2015 gerade so abgewendet hatte und seinem tapferen Kontrahenten schließlich am Netz um den Hals gefallen war. Zverev ergänzte: „Es ist auf jeden Fall Luft nach oben. Ich habe mehr Rückhände verschlagen als sonst.“

Dass Zverev seinen Beinahe-K.o. so entspannt hinnahm, hatte auch damit zu tun, dass er eine Erklärung liefern konnte. „Ich habe ein sehr gutes, aber intensives Jahr gehabt. Nach Wimbledon habe ich mich vielleicht ein bisschen zu sehr entspannt und es ist schwer, dann wieder reinzukommen“, sagte der Roland-Garros-Sieger und Finalist vom Rasenklassiker in London. „Deshalb war es extrem wichtig, so ein Match zu gewinnen.“

Im Vorfeld des Turniers hatte Zverev in Montréal und Cincinnati jeweils frühe Pleiten kassiert. Bei den US Open aber will er Match für Match in Schwung kommen. Gegen Sonego, der eines der besten Matches seiner Karriere auf den Court zauberte, waren noch gleich mehrere Dinge teils unrund gelaufen. Zverev erlaubte sich schwerwiegende Doppelfehler, ließ bei manchen seiner zahlreichen Breakbälle die nötige Konsequenz vermissen und hatte auch Probleme mit seiner sonst fast unfehlbaren Rückhand.

Gegen Halys soll das besser laufen. Der Franzose ist für Zverev ein alter Bekannter, den heute Weltranglisten-52. hatte er unter anderem bei seinem Titel-Lauf bei den French Open in Paris bezwungen. Damals brauchte Zverev dazu vier Sätze. Am Donnerstag würde er sicher lieber in drei Sätzen durchkommen – die Nachtschicht gegen Sonego war trotz aller positiver Schlüsse schon anstrengend genug.

Geburtstagsständchen und Bonusmatch: Monfils noch nicht satt

Tennis-Showman Gaël Monfils hat sich an seinem 40. Geburtstag selbst ein Geschenk gemacht und seinen Abschied aus dem Profisport vorerst verschoben. Der Franzose gewann sein Auftaktmatch bei den US Open gegen Adolfo Daniel Vallejo aus Paraguay mit 2:6, 6:1, 6:2, 6:0. In Runde zwei wartet der an Position 14 gesetzte US-Amerikaner Learner Tien.

„Ihr sorgt hier immer für eine elektrische, unglaubliche Stimmung“, sagte Monfils im Platzinterview: „Lasst uns das in der zweiten Runde so weitermachen.“ Es war Monfils' erster Sieg bei einem Major-Turnier seit dem Erstrundenerfolg gegen Hubert Hurkacz in Wimbledon 2025. Zudem ist er erst der dritte Ü40-Spieler nach Ken Rosewall (42/1977) und Jimmy Connors (40/1992), der bei den US Open ein Match gewinnt.

Monfils, der bei seinem letzten Grand-Slam-Auftritt eine Wildcard erhielt, begann wacklig, drehte das Match dann aber und verbeugte sich, nachdem er im vierten Satz einen sicheren Punkt mit einem Sprung in die Luft veredelt hatte. Das Publikum belohnte die Showeinlage nach der Partie mit einem „Happy Birthday“-Ständchen. Auch seine Ehefrau Elina Switolina, die selbst ebenfalls in der zweiten Runde steht, sang auf der Tribüne aus voller Kehle mit.

Der Franzose schlägt zum 18. Mal in New York auf, sein bestes Ergebnis erzielte er 2016, als er das Halbfinale erreichte und dort Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic unterlag.

Filmreif: Einstige Williams-Darstellerin debütiert in New York

Aus Hollywood auf die große Tennisbühne: Thea Frodin spielte einst im Kinofilm „King Richard“ die junge Serena Williams, nun schrieb sie selbst ein kinoreifes Märchen. Die talentierte US-Amerikanerin schaffte es schon im Alter von 17 Jahren in das Hauptfeld der US Open – und verkaufte sich dabei teuer. Frodin unterlag der Weltranglistenzweiten Jelena Rybakina mit 3:6 und 2:6.

Bereits im Kindesalter sammelte Frodin nicht nur im Tennis Erfahrungen, sondern auch in der Schauspielerei. Als Zwölfjährige fungierte sie in „King Richard“ als Stunt- und Bodydouble für die Schauspielerin Demi Singleton, die Serena Williams verkörperte. Ihr großes Idol habe sie bislang noch nicht getroffen, erklärte Frodin, dabei waren die Chancen gar nicht schlecht gewesen. Die Ikone Williams (44) schlägt in New York noch im Doppel an der Seite ihrer Schwester Venus auf.

Für Frodin war allein die Teilnahme am Hauptfeld bereits ein großer Erfolg. Die Schülerin aus Los Angeles hatte sich durch ihren Lauf zum US-amerikanischen U18-Meistertitel eine Wildcard für die US Open gesichert. Trotz der klaren Niederlage zeigte sie sich mit ihrem Auftritt zufrieden. „Offensichtlich hatte ich eine schwere erste Runde. Rybakina ist eine großartige Spielerin“, sagte Frodin. „Ich habe versucht, hinauszugehen und einfach Spaß zu haben.“ (belga/sid/tf)

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