Luminus eröffnet größten Batteriepark der Wallonie in Visé

<p>Der neue Batteriepark von Luminus in Lixhe bei Visé ist der größte seiner Art in der Wallonie.</p>
Der neue Batteriepark von Luminus in Lixhe bei Visé ist der größte seiner Art in der Wallonie. | Foto: belga

Der Batteriepark „Navagne“ verfügt über eine Leistung von 150 Megawatt (MW) und eine Speicherkapazität von 600 Megawattstunden (MWh). Damit kann die Anlage nach Angaben von Luminus vier Stunden lang Strom speichern beziehungsweise mit voller Leistung wieder abgeben.

Vor allem bei der zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien spielen solche Großspeicher eine wichtige Rolle: Wird beispielsweise mehr Strom aus Wind- oder Sonnenenergie produziert als gerade benötigt, kann ein Teil davon zwischengespeichert werden. Steigt die Nachfrage später, steht die Energie wieder zur Verfügung.

„Es ist die größte Batterie der Wallonie“, erklärte Luminus-Chef Grégoire Dallemagne bei der Einweihung. Sie könne Strom vier Stunden lang speichern und anschließend über denselben Zeitraum wieder abgeben. „Damit trägt sie dazu bei, die Stromproduktion und den Verbrauch der Kunden ins Gleichgewicht zu bringen“, so Dallemagne.

Auch der Standort sei günstig gewählt. Der Batteriepark liegt in unmittelbarer Nähe des Wasserkraftwerks von Lixhe, das bereits über eine bestehende Leitung an das Stromnetz angeschlossen ist. Luminus arbeitet nach Angaben seines CEO zudem an einem vergleichbaren Projekt in Gent.

Drei Monate früher fertig als geplant

Bei der Einweihung waren auch der föderale Energieminister Mathieu Bihet (MR) und seine wallonische Amtskollegin Cécile Neven (MR) dabei. Die Anlage wurde drei Monate früher als ursprünglich geplant fertiggestellt und ist nach einer mehrwöchigen Testphase inzwischen vollständig betriebsbereit.

Bihet sieht in dem Großspeicher einen wichtigen Baustein für die Energiewende. „Dieser Batteriepark bringt zusätzliche Flexibilität in unser Stromsystem“, erklärte er. Diese sei notwendig, um den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien besser in das Netz zu integrieren, Schwankungen auszugleichen und zugleich die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Der Minister verwies zugleich auf die weiterhin hohe Abhängigkeit Belgiens von fossilen Energieträgern, die er mit 80 Prozent bezifferte. „Wir können es uns nicht mehr leisten, auf CO2-arme Energie zu verzichten“, sagte Bihet.

„Keine Wunderlösung“

Die wallonische Energieministerin Cécile Neven warnte allerdings davor, Großbatterien als alleinige Antwort auf die Herausforderungen des Stromsystems zu betrachten. „Diese Batterien sind keine Wunderlösung“, betonte sie.

Notwendig sei vielmehr, die verschiedenen Instrumente gemeinsam weiterzuentwickeln. Dazu gehöre auch eine Anpassung des gesetzlichen Rahmens, etwa bei den Bedingungen für den Anschluss ans Stromnetz. „Wir werden Flexibilität in all ihren Formen regulieren“, kündigte Neven an.

Der Grundstein für den Batteriepark war im Juni 2025 gelegt worden. Realisiert wurde das Projekt gemeinsam mit dem Investmentfonds I4B – The Belgian Infrastructure Fund. (belga/calü)

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