Eine mögliche Erklärung sieht das Institut im fehlenden Motorengeräusch. Gerade bei niedrigen Geschwindigkeiten werden Elektro- und Hybridautos offenbar nicht immer rechtzeitig wahrgenommen.
Das gewinnt angesichts der wachsenden Zahl elektrifizierter Fahrzeuge an Bedeutung. Innerhalb von fünf Jahren ist der Anteil von Elektro- und Hybridautos in Belgien laut VIAS von drei auf 20 Prozent gestiegen. Die Technik habe damit einen rasanten Wandel durchlaufen, sei in Sachen akustischer Wahrnehmbarkeit aber noch nicht ausgereift.
Künstliches Geräusch teilweise zu leise
Eigentlich sollen Elektroautos deshalb auf sich aufmerksam machen: Die Europäische Union schreibt für sie ein sogenanntes AVAS-System („Acoustic Vehicle Alerting System“) vor. Es erzeugt bei niedrigen Geschwindigkeiten ein künstliches Fahrgeräusch, damit sich nähernde Fahrzeuge von Fußgängern und Radfahrern besser wahrgenommen werden können.
Untersuchungen von VIAS zeigen jedoch, dass dieses Warnsignal häufig noch zu leise ist. Bei einem Test wurde bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h jedes fünfte Hybridfahrzeug von den Teilnehmern akustisch nicht wahrgenommen. Bei 10 km/h wurden Elektro- und Hybridautos häufiger überhört als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Besonders problematisch ist die geringe Geräuschentwicklung für blinde und sehbehinderte Menschen, die sich im Straßenverkehr stärker auf ihr Gehör verlassen müssen. Gespräche mit Teilnehmern der Untersuchung hätten gezeigt, dass die Stille der Fahrzeuge für sie eine zusätzliche Stressquelle darstellt.
VIAS fordert deshalb Nachbesserungen beim künstlichen Warnsignal. So sollte unter anderem der vorgeschriebene Mindestpegel erhöht werden. Zudem könnten andere Frequenzen dafür sorgen, dass Elektroautos schneller und eindeutiger als herannahende Fahrzeuge erkannt werden. (belga/calü)

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