Niederländischer TV-Sender boykottiert auch 2027 ESC

<p>Im Hafen von Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste, wo 2027 der 71. Eurovision Song Contest stattfinden wird, weht eine Eurovision-Fahne.</p>
Im Hafen von Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste, wo 2027 der 71. Eurovision Song Contest stattfinden wird, weht eine Eurovision-Fahne. | Foto: Valentina Petrova/AP/dpa

Die Niederlande werden wohl auch im kommenden Jahr bei einer Teilnahme Israels nicht beim ESC mitmachen. Die bisher für den ESC verantwortliche Rundfunkgesellschaft Avrotros lehnt erneut ab, sich an dem Musikwettbewerb zu beteiligen. Nach Angaben des Senders ist der ESC „nicht mehr neutral“.

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten hätten zu große Auswirkungen auf den Wettbewerb, teilte der Sender mit. Die Maßnahmen, die der Veranstalter, die European Broadcasting Union (EBU), ergriffen habe, reichten nicht aus, um „den unabhängigen und neutralen Charakter des Songcontests wiederherzustellen“.

Könnte ein anderer Sender übernehmen?

Es ist noch unklar, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk NPO einen anderen Sender findet, der die Auswahl eines ESC-Beitrags sowie die Ausstrahlung des Wettbewerbs übernehmen will. NPO äußerte Verständnis für die Entscheidung von Avrotros, der traditionell für den ESC verantwortlich ist.

Bereits beim ESC 2026 hatten die Niederlande aus Protest gegen die Teilnahme Israels auf eine Teilnahme verzichtet. Auch Spanien, Island, Irland und Slowenien waren dem Wettbewerb ferngeblieben.

Auch in Belgien ist die Debatte nicht beendet. 2027 ist turnusgemäß der flämische Rundfunk (VRT) für den belgischen ESC-Beitrag verantwortlich. In diesem Jahr hatte die frankophone Rundfunk (RTBF) die Sängerin Essyla ins Rennen geschickt. Sie erreichte mit „Dancing on the Ice“ das Finale in Wien und belegte dort den 21. Platz. Die VRT hatte bereits im Mai damit gedroht, 2027 keinen belgischen Kandidaten zum ESC zu schicken, sollten die Veranstalter nicht für mehr Offenheit sorgen.

Der nächste Eurovision Song Contest findet im Mai 2027 in Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste statt. (dpa/belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment