Nach schwerem Crash in Finnland: Ogier gibt Einblick in Crash-Ursache und Folgen

<p>Sébastien Ogier</p>
Sébastien Ogier | Foto: Photo News

Am 1. August war Ogier mit seinem Toyota Yaris bei hoher Geschwindigkeit von der Strecke abgekommen. Der heftige Unfall beschäftigte den Franzosen auch in den Tagen danach. „Natürlich habe ich mir die Bilder anschließend vielleicht hundertmal angesehen“, sagt Ogier rückblickend.

Körperlich kam der achtmalige Weltmeister dagegen überraschend glimpflich davon. Lediglich drei oder vier Tage lang habe er leichte Kopfschmerzen verspürt. „Angesichts der Schwere des Unfalls war das wirklich kaum der Rede wert“, erklärt der Toyota-Pilot.

Nach einer kurzen Ruhephase tastete sich Ogier schnell wieder an körperliche Belastungen heran. Unter anderem begann er wieder mit Sport, um zu testen, ob noch Beschwerden auftreten. „Aber ich habe überhaupt nichts gespürt“, sagt der Franzose. Inzwischen habe er den Unfall körperlich vollständig abgehakt: „Mir geht es sehr gut. Das Ganze liegt hinter mir.“

Inzwischen hat Ogier den Unfall anhand der Fahrzeugdaten analysiert. Für ihn steht fest, dass mehrere Faktoren zusammenkamen: Er war etwas schneller unterwegs als bei der ersten Durchfahrt und erwischte die Kurve offenbar nicht optimal.

„Ich war zwei km/h schneller als bei der ersten Durchfahrt“, erklärt der Franzose. Gleichzeitig habe die Front seines Toyota etwas berührt. Dadurch sei das Heck plötzlich ausgebrochen. „Im fünften Gang konnte ich das Auto nicht mehr abfangen.“

Ogier sieht den Fehler deshalb nicht in einem einzelnen Moment. Einerseits sei er etwas zu schnell in die Kurve gefahren, andererseits habe er sie zu eng genommen. Diese Kombination habe letztlich zum heftigen Abflug geführt.

Während Ogier die körperlichen Folgen schnell überwunden hatte, saß der sportliche Rückschlag deutlich tiefer. „Am schwierigsten war es, die Enttäuschung zu verarbeiten“, sagt der Franzose. Schließlich sei die Rallye bis zum Unfall nahezu perfekt verlaufen. „Wir waren bis dahin eine perfekte Rallye gefahren und hatten uns in Finnland im Auto selten so gut gefühlt.“

Umso bitterer war der Ausfall, weil Ogier den Erfolg bereits zum Greifen nahe sah. „Eigentlich war die Arbeit getan. Ich musste das Auto nur noch ins Ziel bringen – und genau das ist mir dieses Mal nicht gelungen.“ Vor allem der Verlust eines sicher geglaubten Ergebnisses habe ihn anschließend beschäftigt. (belga/calü)

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