Der gesundheitlich angeschlagene Fanliebling verlor bereits am Ende der ersten Runde in der berüchtigten Steilkurve die Kontrolle über seinen Red Bull und krachte mit vollem Tempo in die Streckenbegrenzung, blieb dabei aber glücklicherweise unverletzt. Es ist der vorläufige Tiefpunkt in einem Jahr, in dem der so erfolgsverwöhnte viermalige Weltmeister aus sportlicher Sicht weiter kein Land sieht.
Viel besser läuft es für Norris. Noch liegt er zwar 83 Punkte hinter Antonelli, doch das Papaya-Team ist mittlerweile auf Augenhöhe mit den Silberpfeilen. Erste Verfolger vor dem Rennen in Monza Anfang September sind nun Russell und Lewis Hamilton, der Vierter wurde. Beide haben 59 Zähler Rückstand.
Nico Hülkenberg, der im Chaos der ersten Runde nur knapp einer Kollision mit seinem Audi-Teamkollegen Gabriel Bortoleto aus dem Weg gegangen war, jubelte derweil über sein bestes Saisonergebnis. Der Emmericher belegte Rang acht, nach Ungarn erreichte er zum zweiten Mal nacheinander die Punkteränge.
Die „Orange Army“ blickte voller Vorfreude dem letzten Grand Prix in Zandvoort entgegen - und wünschte sich von ihrem Helden noch einmal eine große Show. „Döp döp dödöp, Max Verstappen“, skandierten die euphorisierten Anhänger quasi in Dauerschleife. Die Unterstützung sei „immer sehr, sehr besonders“, sagte Verstappen, der nur von Platz sieben startete: „Wir werden versuchen, heute noch eine weitere Erinnerung hinzuzufügen.“
Nachdem beim Sprint und der Qualifikation der Regen erst in der Schlussphase vom Himmel gefallen war, meldete er sich nun gut 45 Minuten vor Rennbeginn an. „Mit den Streckenbedingungen ist es ein bisschen eine Lotterie“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff bei Sky. Doch weil der Regen schnell nachließ, starteten alle auf Trockenreifen.

Während Norris Platz eins verteidigte und Antonelli an Russell vorbeizog, stieg Verstappen wenig später aus seinem völlig zerstörten Red Bull aus - und Hunderttausende Herzen in Zandvoort brachen auseinander. „Mir geht es gut. Scheiße, sorry“, funkte Verstappen. Um die Strecke zu säubern und das Auto zu bergen, wurde das Rennen für gut 30 Minuten mit der Roten Flagge unterbrochen.
Beim Restart drückte sich Antonelli innen an Norris vorbei und übernahm Platz eins. Der Italiener, der auf den Mediums unterwegs war, drückte auf das Tempo, nur Norris konnte mit seinen Softs einigermaßen den Anschluss halten. Weiter hinten holte sich Russell in Runde 19 dank eines langsamen Stopps von Oscar Piastri Rang drei zurück. Drei Runden später wechselten dann auch Antonelli und Norris auf die harten Reifen.
Norris war dran, biss sich zunächst aber am Führenden die Zähne aus. Um einen Undercut zu vermeiden, ging Antonelli in der 41. Runde wieder an die Box, Norris reagierte erst sieben Runden später. Der Brite flog nun an den Silberpfeil heran - und zog vorbei. Antonelli wechselte unter dem Virtuellen Safety Car noch einmal auf Soft und lag somit hinter Russell. Doch der Brite ließ den Teenager vorbei. (sid/kupo)
Nach dem Großen Preis der Niederlande, dem 12. von 22 Läufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2026, ergibt sich folgender Stand:
Formel-1-WM
Großer Preis der Niederlande in Zahlen
Großer Preis der NL:
1. Lando Norris (GBR)
McLaren 2:04:44,859 h
2. Kimi Antonelli (ITA)
Mercedes +11,536 Sek.
3. George Russell (GBR)
Mercedes +15,906 Sek.
4. Lewis Hamilton (GBR)
Ferrari +16,755 Sek.
5. Charles Leclerc (MON)
Ferrari +17,258 Sek.
6. Oscar Piastri (AUS)
McLaren +32,332 Sek.
7. Liam Lawson (NZL)
Racing Bulls +1:19,915 Min.
8. Nico Hülkenberg (GER)
Audi 1 Runde zurück
9. Fernando Alonso (ESP)
Aston Martin 1 Runde zurück
10. Pierre Gasly (FRA)
Alpine 1 Runde zurück
11. Yuki Tsunoda (JPN)
Red Bull 1 Runde zurück
12. Arvid Lindblad (GBR)
Racing Bulls 1 Runde zurück
13. Gabriel Bortoleto (BRA)
Audi 1 Runde zurück
14. Franco Colapinto (ARG)
Alpine 2 Runden zurück
15. Sergio Perez (MEX)
Cadillac 2 Runden zurück
16. Carlos Sainz (ESP)
Williams 2 Runden zurück
Max Verstappen (NED) Red Bull (1. Rd./Unfall), Oliver Bearman (GBR) Haas
(3. Rd./Defekt), Lance Stroll (CAN) Aston Martin (46. Rd./Defekt), Valtteri Bottas (FIN) Cadillac (63.Rd./Defekt), Alexander Albon (THA) Williams (69. Rd./Unfall)
Charles Leclerc (MON) Ferrari 1:14,230 Min. (60. Runde)
1. Kimi Antonelli 242
2. George Russell 183
3. Lewis Hamilton 183
4. Lando Norris 159
5. Charles Leclerc 155
6. Max Verstappen 112
7. Oscar Piastri 104
8. Isack Hadjar 68
9. Liam Lawson 49
10. Pierre Gasly 44
11. Arvid Lindblad 23
12. Franco Colapinto 19
13. Oliver Bearman 18
14. Gabriel Bortoleto 10
15. Nico Hülkenberg 6
16. Carlos Sainz 6
17. Alexander Albon 5
18. Esteban Ocon 3
19. Fernando Alonso 3
1. Mercedes 425
2. Ferrari 338
3. McLaren-Mercedes 263
4. Red Bull 186
5. Racing Bulls-Red Bull 66
6. Alpine-Mercedes 63
7. Haas-Ferrari 21
8. Audi 16
9. Williams-Mercedes 11
10. Aston Martin-Honda 3
(kupo/sid/dpa)

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