Erneut Schüsse in Brüssel: Bürgermeister fordert 80 zusätzliche Polizisten

<p>Jean Spinette</p>
Jean Spinette | Archivfoto: belga

Das Schlafzimmer wurde vorerst gesperrt, damit das Polizeilabor seine Untersuchungen durchführen kann. Der Bürgermeister von Saint-Gilles, Jean Spinette (PS), zeigte sich angesichts des Vorfalls „wütend“.

Es war bereits der zweite Vorfall mit einer Schusswaffe innerhalb von weniger als 24 Stunden in der Gegend. Am Samstag gegen 21.15 Uhr war ein Mann an der Kreuzung der Rue Gustave Defnet und der Rue du Monténégro angeschossen worden. Er wurde am Bein verletzt.

Mehrere Schusswaffen-Vorfälle binnen weniger Stunden

Die Vorfälle ereigneten sich zudem nur rund 32 Stunden nach den Schüssen auf eine Polizeiwache der Polizeizone Brüssel-Süd, zu der Anderlecht, Saint-Gilles und Forest gehören.

In der Nacht von Freitag auf Samstag waren gegen 23.40 Uhr mehrere Schüsse auf das Polizeikommissariat in der Rue Démosthène in Anderlecht abgegeben worden. Zwei Verdächtige flüchteten anschließend mit einem E-Scooter. Verletzt wurde niemand.

Bürgermeister fordert mehr Personal

„Brüssel muss respektiert werden“, erklärte Spinette. Er fordert für die Hauptstadt die gleichen Mittel wie für Antwerpen – darunter 80 zusätzliche Beamte für die Kriminalpolizei. Dadurch sollen umfangreichere Ermittlungen ermöglicht und kriminelle Netzwerke bis zu ihren Hintermännern verfolgt werden können.

Der Bürgermeister fordert außerdem zusätzliche Mittel für die Staatsanwaltschaft sowie mehr Plätze in geschlossenen Einrichtungen für Jugendliche. Auch müssten bessere Möglichkeiten geschaffen werden, Personen ohne gültigen Aufenthaltsstatus, die in kriminelle Aktivitäten verwickelt sind, außer Landes zu bringen.

Eine Zusammenlegung der Brüsseler Polizeizonen allein sei nach Ansicht Spinettes keine ausreichende Lösung. (belga/rt)

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