Kompany erhielt 314 der 653 bei der Trainerwahl abgegebenen Stimmen. Damit lag er deutlich vor Freiburgs Trainer Julian Schuster, der die Auszeichnung im vergangenen Jahr gewonnen hatte und diesmal auf 87 Stimmen kam. Sebastian Hoeneß vom VfB Stuttgart belegte mit 53 Stimmen den dritten Platz. Insgesamt waren 659 Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) stimmberechtigt.
Für Kompany ist die Ehrung eine weitere Bestätigung seiner erfolgreichen Arbeit beim deutschen Rekordmeister. Der frühere Kapitän der Roten Teufel führte die Bayern in der vergangenen Saison zum Double, nachdem er den Verein bereits in seinem ersten Jahr als Trainer zur deutschen Meisterschaft geführt hatte. In der Champions League, die in dieser Spielzeit zu den wichtigsten Zielen der Münchner zählt, war in der vergangenen Saison erst im Halbfinale gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain Endstation.
Auch die neue Spielzeit hat für Kompany und seine Mannschaft bereits mit einem Titel begonnen. Am Samstagabend gewannen die Bayern den deutschen Supercup mit 2:1 bei Vizemeister Borussia Dortmund. Für Kompany war es nach Angaben von Belga bereits die fünfte Trophäe seit seinem Amtsantritt in München. Schon in der vergangenen Saison hatte Bayern den Supercup gewonnen.
Vorjahressieger Schuster würdigte vor allem Kompanys Arbeit mit der Mannschaft. „Lieber Vincent, ich gratuliere dir sehr herzlich zur Auszeichnung als Trainer des Jahres – die ist mehr als verdient“, sagte der Freiburger Coach. Kompany habe „im zurückliegenden Jahr natürlich Herausragendes geleistet“. Schuster hob dabei nicht allein die sportliche Arbeit des Belgiers hervor: „Du bist nicht nur ein guter Trainer, sondern du machst aus meiner Sicht auch noch alle um dich herum besser.“
Der 40-Jährige hatte das Amt beim FC Bayern im Sommer 2024 übernommen. Zuvor war Kompany Trainer beim englischen Club Burnley gewesen, mit dem er 2023 die Championship gewann und damit den Aufstieg in die Premier League schaffte. Seine ersten Schritte als Cheftrainer hatte der ehemalige belgische Nationalspieler zuvor bei RSC Anderlecht gemacht.
Nach seinem Wechsel nach München entwickelte sich Kompany rasch zu einem der zentralen Faktoren beim sportlichen Neuaufbau des deutschen Rekordmeisters. Neben den Ergebnissen und mehreren nationalen Bestmarken wird beim Belgier auch sein Auftreten außerhalb des Platzes hervorgehoben. Die Verantwortlichen der Bayern bezeichneten seine Verpflichtung wiederholt als „Glücksgriff“.
Dass München die Wahl der Jahresbesten komplett dominierte, unterstrich auch Harry Kane. Der 33-jährige Engländer wurde erstmals zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt. Kane erhielt 272 Stimmen und setzte sich vor seinem französischen Bayern-Teamkollegen Michael Olise durch, der mit 203 Stimmen zum zweiten Mal in Folge auf Rang zwei landete. Dritter wurde der deutsche Nationalspieler Deniz Undav vom VfB Stuttgart mit 61 Stimmen.
Im vergangenen Jahr hatte Florian Wirtz die Wahl gewonnen. Der damalige Leverkusener spielt inzwischen für den FC Liverpool. Mit Kevin De Bruyne findet sich bislang auch ein Belgier in der Siegerliste: Der damalige Wolfsburger wurde 2015 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.
Kane hatte in der vergangenen Saison in 51 Pflichtspielen 61 Tore erzielt und war bereits zum zweiten Mal mit dem Goldenen Schuh als bester Torjäger Europas ausgezeichnet worden. Bei den Frauen setzte sich ebenfalls eine Münchnerin durch. Giulia Gwinn erhielt 106 Stimmen und gewann knapp vor ihrer Bayern-Teamkollegin Klara Bühl (94) und Jule Brand von OL Lyonnes (82).
Für Kompany und Kane folgt die offizielle Würdigung bereits zum Bundesliga-Auftakt. Am Freitag empfängt Bayern München den VfB Stuttgart. Vor der Partie sollen der Trainer und sein Torjäger für ihre Auszeichnungen geehrt werden. (kupo/sid/dpa/belga)

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