Niedrige Donau: Rumänien schaltet AKW Cernavoda komplett ab

<p>Ein Blick auf das Blick auf das Kernkraftwerk Cernavoda</p>
Ein Blick auf das Blick auf das Kernkraftwerk Cernavoda | Foto: Andreea Alexandru/AP/dpa

Wegen des zu niedrigen Wasserstands an der Donau schaltet Rumänien sein einziges Kernkraftwerk Cernavoda ganz ab. Wie das Energieministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax mitteilte, wird auch der zweite Reaktor heruntergefahren, nachdem Ende Juli bereits der erste Reaktorblock wegen mangelnden Kühlwassers abgeschaltet worden war. Etwa ab 10.00 Uhr MEZ werde die Totalabschaltung abgeschlossen sein. Das AKW liegt im Osten des Landes an einem Donau-Arm und produziert normalerweise 20 Prozent des rumänischen Strombedarfs. Es bezieht sein gesamtes Kühlwasser aus dem Fluss.

<p>Die rumänische Marine zündet Unterwassersprengstoff im Rahmen einer kontrollierten Sprengung von unter Wasser liegenden Felsen, um angesichts des außergewöhnlich niedrigen Wasserstands der Donau die Wasserzufuhr zum Kernkraftwerk Cernavoda zu verbessern.</p>
Die rumänische Marine zündet Unterwassersprengstoff im Rahmen einer kontrollierten Sprengung von unter Wasser liegenden Felsen, um angesichts des außergewöhnlich niedrigen Wasserstands der Donau die Wasserzufuhr zum Kernkraftwerk Cernavoda zu verbessern. | Foto: Andreea Alexandru/AP/dpa

Schlimmstenfalls werde die Stromzufuhr für Großverbraucher aus der Industrie eingeschränkt, sagte Cristian Busoi, Staatssekretär im Energieministerium nach Angaben von Mediafax. Dies erlaubt eine erst kürzlich erlassene Regierungsverordnung. Für die Bevölkerung werde dies keine Folgen haben. Früheren Berichten zufolge verhandle Rumänien mit den Nachbarländern Ukraine und Bulgarien über Strom-Importe.

Umleitung von Donauwasser durch Felsen-Sprengung reicht nicht

Erst vor zehn Tagen hatte Rumänien versucht, durch die Sprengung eines Felsens in der Donau mehr Wasser nach Cernavoda zu leiten. An einer Gabelung zweier Donau-Arme, 50 Kilometer flussaufwärts nahe dem Ort Izvoarele hatte die Armee den Felsen detoniert, sodass mehr Wasser in den Donauarm floss, der Cernavoda versorgt.

Geröll in vier Lastkähnen wurde zudem dann an einer anderen Stelle am Ufer versenkt, um den Wasserzufluss besser zu steuern. Danach stieg der Wasserstand bei Cernavoda geringfügig, so dass der Betrieb des zweiten Reaktors um einige Tage verlängert werden konnte, erklärte Verteidigungsminister Radu Miruta. Doch zur längerfristigen Versorgung des AKW mit Wasser reichte diese Operation nicht aus.

Das AKW Cernavoda produziert jährlich etwa 10 Millionen Megawattstunden Strom. Der erste Reaktor vom kanadischen Typ CANDU ging 1996 ans Netz, der zweite im Jahr 2007. (dpa/calü)

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