Brauerei Haacht sieht Trendwende – schreibt aber weiter Verluste

<p>Die Brauerei Haacht sieht nach schwierigen Jahren erste Anzeichen für eine Trendwende.</p>
Die Brauerei Haacht sieht nach schwierigen Jahren erste Anzeichen für eine Trendwende. | Foto: belga

Die Brauereigruppe Co.Br.Ha., zu der die Brauerei Haacht gehört, befindet sich seit Ende vergangenen Jahres in einem umfassenden Umbau. Mit dem Strategieplan „Horizon 2030“ will das Unternehmen seine Transformation beschleunigen und sich stärker auf fünf Kernmarken konzentrieren: Primus, Super 8, Tongerlo, Coq Hardi und Flandrien. Daneben sollen alkoholfreie Biere eine größere Rolle spielen. Im Zuge der Neuaufstellung wurden auch 40 Stellen gestrichen.

Nach Einschätzung des Unternehmens zeigen die Maßnahmen inzwischen Wirkung. Der Strategieplan trage „Früchte“, heißt es anlässlich der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen. Während der Biermarkt insgesamt schrumpft, legte der Absatz der fünf Kernmarken um 5,8 Prozent zu.

Zur Zukunft des Eupener Biers, das nicht zu den fünf Kernmarken der neuen Strategie gehört und im Portfolio von Haacht zuletzt eine zunehmend untergeordnete Rolle spielte, machte das Unternehmen in einer Pressemitteilung keine Angaben.

Gleichzeitig drückt Haacht auf die Kostenbremse. Seit Jahresbeginn seien bereits 5,8 Millionen Euro eingespart worden. Auch die Verschuldung konnte um 1,6 Millionen Euro reduziert werden.

Umsatz sinkt weiter

Ganz überwunden sind die Schwierigkeiten allerdings nicht. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 3,1 Prozent auf 54,2 Millionen Euro. Als Gründe nennt das Unternehmen rückläufige Getränkeabsätze und höhere Rabatte.

Deutlich besser entwickelte sich dagegen das operative Ergebnis: Der wiederkehrende Bruttobetriebsgewinn (Rebitda) stieg um 45 Prozent auf 9,6 Millionen Euro.

Unterm Strich steht dennoch ein Verlust von 1,7 Millionen Euro. Damit fiel das Minus sogar etwas höher aus als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres, als Haacht einen Verlust von 1,5 Millionen Euro verbucht hatte.

Biermarkt und Gastronomie unter Druck

Für die zweite Jahreshälfte bleibt die Brauerei entsprechend vorsichtig. Die Herausforderungen seien „erheblich“, räumt das Unternehmen ein.

„Die Biermärkte sind weiterhin generell rückläufig, wobei insbesondere der Gastronomiemarkt weiter schrumpft, was zudem zu einer deutlichen Verschärfung des Wettbewerbs führt“, heißt es in der Mitteilung der Brauerei.

Hinzu kommen steigende beziehungsweise schwer kalkulierbare Kosten infolge der geopolitischen Spannungen. „Diese Herausforderungen kommen zusätzlich zu dem strukturellen Wandel und dem Kulturwandel, an denen die Gruppe mit der Umsetzung ihres Strategieplans arbeitet“, erklärt Haacht. (belga/calü)

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