Trotz Werbeverbot: Wettanbieter suchen Schlupflöcher im belgischen Sport

<p>Standard Lüttich wirbt auf seinen Trikots für „Circus Daily“, eine Medienplattform des Glücksspielanbieters Circus. Solche Ersatzmarken sorgen vor dem Hintergrund der strengeren Regeln für Glücksspielwerbung für Diskussionen.</p>
Standard Lüttich wirbt auf seinen Trikots für „Circus Daily“, eine Medienplattform des Glücksspielanbieters Circus. Solche Ersatzmarken sorgen vor dem Hintergrund der strengeren Regeln für Glücksspielwerbung für Diskussionen. | Foto: Photo News

Hintergrund sind sogenannte Ersatzmarken, mit denen Glücksspielunternehmen die Werbebeschränkungen zu umgehen versuchen. Wie die Zeitung „De Standaard“ berichtet, betreiben Anbieter wie Circus und Unibet unter anderem Nachrichten- und Medienplattformen unter anderen Namen. Diese Bezeichnungen können anschließend beispielsweise in Sportstadien beworben werden, ohne dass dort unmittelbar für das eigentliche Glücksspielangebot geworben wird.

Ob solche Konstruktionen gegen die geltenden Vorschriften verstoßen, muss nach Angaben des Kabinetts Verlinden die Glücksspielkommission beurteilen.

Trikotwerbung ab 2028 komplett verboten

Belgien hat die Regeln für Glücksspielwerbung in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Werbung für Glücksspiele in Sportstadien ist verboten. Für das Sponsoring auf Trikots gilt derzeit noch eine Übergangsregelung: Bis 2028 dürfen Glücksspielunternehmen unter strengen Bedingungen auf der Sportkleidung präsent sein.

So darf das Logo unter anderem höchstens 72 Quadratzentimeter groß sein und nicht auf der Vorderseite des Trikots angebracht werden. Ab 2028 soll auch damit Schluss sein: Dann ist Trikotsponsoring durch Glücksspielanbieter vollständig verboten.

Dass Vereine die verbleibende Zeit offenbar nicht konsequent für die Suche nach neuen Sponsoren nutzen, stößt im Justizministerium auf Kritik. „Es ist vor allem bedauerlich, dass unter anderem Sportvereine die sehr großzügige Übergangsfrist von viereinhalb Jahren nicht nutzen, um nach alternativen Sponsoren zu suchen“, erklärte das Kabinett Verlinden gegenüber Belga.

Dabei gehe es nicht allein um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. „Das alles zeugt von wenig gesellschaftlicher Verantwortung, insbesondere gegenüber gefährdeten Gruppen, bei denen das Risiko einer Glücksspielsucht besteht“, heißt es weiter. (belga/calü)

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