Zeitweise aus dem Ausland arbeiten, ohne dafür Urlaub nehmen zu müssen: Das sogenannte „Workation“-Modell verbindet Arbeit und Urlaub an einem anderen Ort. Eine neue Untersuchung des Personaldienstleisters SD Worx zeigt nun, wie belgische KMU dazu stehen.
Demnach sind 19 Prozent der Betriebe grundsätzlich bereit, ihren Beschäftigten vorübergehend das Arbeiten aus dem Ausland zu ermöglichen. Eine deutliche Mehrheit bleibt allerdings skeptisch: 66 Prozent der befragten KMU geben an, dem Modell nicht offen gegenüberzustehen.
Brüsseler Unternehmen deutlich offener
Dabei zeigen sich große regionale Unterschiede. Am aufgeschlossensten sind die Arbeitgeber in der Hauptstadt: Fast die Hälfte der Brüsseler KMU kann sich vorstellen, Mitarbeitern zeitweise das Arbeiten aus dem Ausland zu erlauben.
In Flandern liegt dieser Anteil bei lediglich 18 Prozent. Noch zurückhaltender sind die Unternehmen in der Wallonie: Dort stehen nur elf Prozent einem solchen Modell offen gegenüber.
Bislang bleibt „Workation“ in Belgien ohnehin ein Randphänomen. Weniger als jedes zehnte KMU hat nach Angaben von SD Worx bereits eine konkrete Anfrage eines Mitarbeiters erhalten, vorübergehend vom Ausland aus arbeiten zu dürfen.
Rechtliche Fragen sorgen für Zurückhaltung
Eine der größten Hürden sind die rechtlichen und praktischen Folgen. Denn sobald der Arbeitsplatz zeitweise über die Landesgrenze verlegt wird, können zahlreiche Fragen entstehen. Knapp jedes vierte KMU – 23 Prozent – hat deshalb bereits formelle Regeln für solche Fälle eingeführt.
„Sobald ein Mitarbeiter vorübergehend aus einem anderen Land arbeitet, stellen sich unmittelbar Fragen zu Steuern, Sozialversicherung, Versicherungen und Arbeitsrecht“, erklärt Laura Bertrand, Managing Legal Consultant KMU bei SD Worx. Aus Sicht der Expertin sind klare Absprachen daher entscheidend. „Je präziser die Vereinbarungen sind, desto geringer sind die Risiken – sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer.“ (calü)

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