Belgische Küste: Polizei testet neue Drohne gegen Menschenschmuggel

<p>Die Polizei testet eine Langstrecken-Drohne an der Nordseeküste.</p>
Die Polizei testet eine Langstrecken-Drohne an der Nordseeküste. | Foto: belga

Das Pilotprojekt wurde am Mittwoch in Zuienkerke von den Polizeizonen De Haan/Bredene, Brügge, Knokke-Heist/Damme und Blankenberge/Zuienkerke vorgestellt. Hintergrund sind zahlreiche Versuche von Transmigranten, die in der ersten Jahreshälfte mit kleinen Booten von der belgischen Küste aus nach Großbritannien gelangen wollten.

Zum Einsatz kommt eine sogenannte „Fixed-Wing“-Drohne. Anders als klassische Drohnen verfügt sie über feste Tragflächen und ähnelt damit einem kleinen Flugzeug. Dadurch kann sie länger in der Luft bleiben und größere Gebiete absuchen.

Gerade an der Küste soll das Vorteile bringen. Die Drohne kann über dem Meer sowie entlang von Stränden, Dünen und anderen schwer zugänglichen Gebieten eingesetzt werden – sowohl tagsüber als auch nachts. Getestet wird sie im Küstenabschnitt zwischen Oosteroever und der niederländischen Grenze.

Die Polizei erhofft sich davon vor allem, Vorbereitungen für illegale Überfahrten früher erkennen und entsprechend schneller eingreifen zu können. Gleichzeitig soll die Technik dabei helfen, Menschen aufzuspüren, die sich bereits in einer gefährlichen Situation befinden.

„Das letztendliche Ziel besteht darin, Menschenschmuggel zu bekämpfen und nach Möglichkeit zu verhindern, dass Menschen überhaupt zu einer lebensgefährlichen Überfahrt aufbrechen“, erklärt Dimitry Van Damme, Polizeichef der Zone Blankenberge/Zuienkerke. So könnten die Einsatzkräfte deutlich schneller reagieren, „wenn sich beispielsweise Gruppen von Transmigranten kurz vor Sonnenaufgang in Richtung Meer bewegen, um die Überfahrt zu wagen“.

Die Drohneneinsätze werden von einem Kommandozentrum innerhalb der Polizeizone Bredene/De Haan koordiniert. Zunächst handelt es sich jedoch ausdrücklich um einen Test. Im September soll Bilanz gezogen werden.

Dabei werden auch Erfahrungen aus der Polizeizone Westkust berücksichtigt, wo bereits eine andere Drohne eingesetzt wird. „Im September bewerten wir beide Projekte und schauen uns an, welche Möglichkeiten es gibt“, so Van Damme. Erst anschließend werde entschieden, welche Technologie künftig wo zum Einsatz kommen soll. (belga/calü)

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