Die Regenbogenflagge wird in diesen Tagen an zahlreichen Stellen im Antwerpener Stadtbild zu sehen sein – von den Bezirkshäusern über den Scheldekais bis hin zur Meir und den Einkaufsstraßen rund um die Kammenstraat. Rund 700 Leihräder erhalten ebenfalls Regenbogen-Aufkleber.
„Freiheit ist niemals selbstverständlich“, betont Bürgermeisterin Els van Doesburg (N-VA). „Sie braucht eine Gesellschaft, in der Menschen einander Raum geben und respektvoll miteinander umgehen. Deshalb färben wir Antwerpen in Regenbogenfarben.“
Auch einige der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt beteiligen sich. Unter anderem das Opernhaus, das Hafenhaus oder der Hauptbahnhof werden entsprechend beleuchtet. Eine Premiere gibt es bei dem Boerentoren: Der markante Turm erstrahlt erstmals in Regenbogenfarben und erhält zudem ein Pride-Banner.
Besucher können die verschiedenen Orte über spezielle Regenbogenrouten zu Fuß, mit dem Fahrrad oder laufend erkunden.
Pride unter dem Motto „Fearless“Die diesjährige Ausgabe steht unter dem Motto „Fearless“. Pride sei nicht einfach nur eine Parade, sondern „eine Bewegung von Menschen, die den Mut zeigen, sie selbst zu sein“, erklärt die Organisation. Jedes Symbol in Regenbogenfarben transportiere dabei dieselbe Botschaft: „Wir sind hier. Wir sind zusammen. Wir sind furchtlos.“
In der gesamten Stadt stehen während der kommenden Tage zahlreiche Veranstaltungen auf dem Programm. Dazu gehören Partys, Workshops und Vorträge. Im MAS läuft beispielsweise das Festival „Darling“, das die Vielfalt der LGBTQIA+-Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt. Der offizielle Auftakt der Antwerp Pride findet am Mittwoch mit einer Eröffnungsfeier im OLT Rivierenhof statt.
Wer während der Pride Fragen zu Diskriminierung oder sexueller Belästigung hat, kann sich zudem im Pride Village an Vertreter der Stadt Antwerpen und der Polizei wenden. Dort gibt es auch Informationen über Hilfsangebote und Organisationen für die LGBTQI+-Gemeinschaft.
Höhepunkt wird erneut die große Parade am Wochenende. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der größten Pride-Veranstaltungen Europas entwickelt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich nach offiziellen Angaben mehr als 100.000 Menschen an der Parade. Die Veranstalter selbst sprachen unter Einbeziehung der Zuschauer entlang der Strecke sogar von rund 160.000 Menschen.
Keine erhöhte BedrohungNach dem tödlichen Anschlag auf die Pride in Berlin steht in diesem Jahr auch die Sicherheit besonders im Fokus. Zusätzliche Maßnahmen sind nach Angaben der Veranstalter jedoch nicht notwendig. Zufahrtsstraßen werden bei der Antwerp Pride ohnehin seit Jahren standardmäßig abgesperrt.
Auch das belgische Koordinierungsorgan für die Bedrohungsanalyse (KOBA) sieht derzeit keine erhöhte Gefahr. „Das passt perfekt zum diesjährigen Motto ‚Fearless‘“, sagte Pride-Vorsitzender Geert van Praet. Gerade nach dem Anschlag rief er die Menschen ausdrücklich dazu auf, nach Antwerpen zu kommen.
Premierminister Bart De Wever (N-VA) betonte ebenfalls, dass die Veranstaltung gut abgesichert sei und wie geplant stattfinde. Seine Botschaft an die Besucher: „Ich lade alle ein, mitzufeiern und sich nicht einschüchtern zu lassen.“ (belga/calü)

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