Trotz Energiepreisen: Belgier zögern bei Krediten für Wärmepumpen und Solaranlagen

<p>Solaranlagen gehören zu den Investitionen, die hierzulande über spezielle Kredite für energetische Sanierungen finanziert werden können.</p>
Solaranlagen gehören zu den Investitionen, die hierzulande über spezielle Kredite für energetische Sanierungen finanziert werden können. | Foto: Solaranlagen gehören zu den Investitionen, die über spezielle Kredite für energetische Sanierungen finanziert werden könne

Von einem regelrechten Sanierungsboom kann dennoch keine Rede sein. Im zweiten Quartal 2022 und 2023 waren jeweils noch rund 15.000 solcher Kredite abgeschlossen worden. Auch bei den Renovierungskrediten insgesamt zeigt sich ein ähnliches Bild: Knapp 20.400 Verträge wurden zwischen April und Juni vergeben. Das entspricht zwar einem Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, liegt aber ebenfalls deutlich unter dem Niveau während der Energiekrise vor vier Jahren.

Kredite für energiesparende Investitionen werden beispielsweise genutzt, um Wärmepumpen, Solaranlagen oder zusätzliche Dämmungen zu finanzieren. Während ihre Zahl gegenüber dem Vorjahr leicht zulegte, blieb das insgesamt geliehene Volumen praktisch unverändert.

Febelfin bewertet die Entwicklung deshalb zurückhaltend. Die derzeitige Situation sei angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten durchaus mit der Energiekrise von 2022 vergleichbar. Ein entscheidender Unterschied: Kredite sind inzwischen aufgrund der höheren Zinsen deutlich teurer geworden. Gleichzeitig hat die hohe Inflation in den vergangenen Jahren die Kaufkraft vieler Haushalte belastet.

„Der Anstieg bei den Krediten für energiesparende Investitionen ist, so bescheiden er auch sein mag, ein positives Signal“, erklärt Febelfin. Die Entwicklung müsse sich allerdings noch verstärken und beschleunigen. „Die Herausforderung des Klimawandels ist eindeutig vorhanden und wird immer dringlicher.“

Während der Umstieg auf umweltfreundlichere Mobilität inzwischen deutlich an Fahrt aufgenommen habe, müsse eine ähnliche Dynamik auch bei der energetischen Sanierung des Gebäudebestands entstehen, fordert der Bankenverband.

Dass Verbraucher durchaus bereit sind, für klimafreundlichere Anschaffungen Kredite aufzunehmen, zeigen die Zahlen aus dem Automobilbereich. Im zweiten Quartal wurden knapp 4.600 Kredite für den Kauf eines sogenannten „Eco-Autos“ vergeben. Bei Neuwagen entspricht das einem Anstieg von 28,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Gebrauchtwagen fiel das Plus mit 58,8 Prozent sogar noch deutlich größer aus.

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