Hochbetrieb für Rettungsschwimmer an der belgischen Küste

<p>Die Strandretter an der belgischen Küste hatten im Juli alle Hände voll zu tun.</p>
Die Strandretter an der belgischen Küste hatten im Juli alle Hände voll zu tun. | Foto: IKWV

Bei den Betroffenen handelte es sich überwiegend um Kinder. 377 waren jünger als zwölf Jahre, weitere 42 Jugendliche. Hinzu kamen 20 Erwachsene, bei 27 Personen war das Alter nicht bekannt. In den allermeisten Fällen gab es schnell Entwarnung: 84 Prozent der Fälle konnten innerhalb einer halben Stunde geklärt werden.

Insgesamt meldeten Eltern oder Begleitpersonen 316 Menschen als vermisst. Weitere 150 Kinder wurden von den Strandrettern aufgegriffen, weil sie ihre Eltern nicht mehr finden konnten.

IKWV-Präsident Wim Demeester appelliert deshalb an die Verantwortung der Erwachsenen. „Eltern und Begleitpersonen müssen ihre Kinder selbst gut im Auge behalten und sie auf dem Weg ins Wasser begleiten“, betont er. Die Hauptaufgabe der Strandretter bestehe schließlich darin, Schwimmer und Wassersportler zu überwachen.

Strömung wird vielen zum Verhängnis

Denn auch dort gab es im Juli auffällig viele Einsätze. Zahlreiche Badegäste gerieten im Wasser in Schwierigkeiten. „Viele Strandbesucher wurden von der starken Brandung und Strömung überrascht, weil ihre Schwimmfähigkeiten nicht ausreichten“, erklärt Demeester. Die Bedingungen seien teilweise tückisch gewesen.

Wer nicht oder nur schlecht schwimmen könne, solle deshalb höchstens bis zur Hüfte ins Wasser gehen und sich in der Nähe der Wasserlinie aufhalten.

Auch die Hilfsposten waren stark gefordert. Insgesamt wurden dort im Juli 4.564 Strandbesucher versorgt. Meist ging es um Schnitt- und Schürfwunden oder Splitter. Rund 100 Badegäste wurden wegen eines Stichs des giftigen Petermännchens behandelt, weitere 255 nach Kontakt mit Quallen.

Daneben mussten die Rettungskräfte auch bei ernsteren Zwischenfällen wie Knochenbrüchen, Hitzschlägen, epileptischen Anfällen und Reanimationen Erste Hilfe leisten, bis ein Arzt oder der Rettungsdienst eintraf.

Für Familien haben die Rettungsschwimmer angesichts des anhaltenden Badewetters einen einfachen Rat: Kinder sollten ein kostenloses Armband mit Namen und Handynummer der Eltern tragen. Zudem empfiehlt Demeester, zu Beginn des Strandbesuchs ein aktuelles Foto des Kindes zu machen und einen gut sichtbaren Treffpunkt zu vereinbaren. (belga/calü)

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