Remco Evenepoel gewinnt Clasica San Sebastian zum vierten Mal

<p>Vierter Start, vierter Sieg: Evenepoel schreibt in San Sebastian Geschichte</p>
Vierter Start, vierter Sieg: Evenepoel schreibt in San Sebastian Geschichte | Foto: Photo News

Nach seinen Erfolgen 2019, 2022 und 2023 ist der zweimalige Olympiasieger nun mit vier Siegen alleiniger Rekordhalter des Rennens. Bis Samstag hatte er sich die Bestmarke mit dem Spanier Marino Lejarreta geteilt.

Auf den 221,1 Kilometern mit insgesamt 4.150 Höhenmetern musste Evenepoel diesmal allerdings einiges investieren. Nach der Abfahrt vom Jaizkibel erlitt er einen Reifenschaden und musste das Rad wechseln. Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn kurz darauf wartete mit dem Erlaitz (3,8 Kilometer bei durchschnittlich 11,1 Prozent) eine der entscheidenden Schwierigkeiten des Tages.

Evenepoel ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und kämpfte sich zurück. Weniger als 34 Kilometer vor dem Ziel hatte er den Anschluss wieder hergestellt.

„Das war der schwierigste meiner vier Siege“, sagte Evenepoel anschließend. Nach dem Defekt habe er vor allem Geduld bewahren müssen. „Ich hatte am Erlaitz keine Schwierigkeiten und fuhr schneller als die Fahrer an der Spitze. Aber ich lag zwei Minuten zurück und musste deshalb ein gutes Tempo wählen. Es war noch weit bis ins Ziel.“

Attacke am letzten Anstieg

Die Entscheidung fiel schließlich am Murgil Tontorra, dem letzten Anstieg des Tages. Nachdem Evenepoels Teamkollege Maxim Van Gils das Tempo verschärft hatte, griff der Belgier rund 8,5 Kilometer vor dem Ziel an. Lediglich Richard Carapaz konnte seinem Antritt folgen.

„Es war die richtige Taktik, denn am Ende haben wir gewonnen“, bilanzierte Evenepoel. Ohne den Reifenschaden wäre das Rennen aus seiner Sicht allerdings anders verlaufen: „Dann hätte ich versucht, bereits am Erlaitz anzugreifen. Aber es war nun einmal so. Ich bin froh, dass ich gewinnen konnte. Was für ein Tag. Ich hatte wieder ein sehr gutes Gefühl.“

Carapaz, der bei der diesjährigen Tour de France die Bergwertung gewonnen hatte und als kämpferischster Fahrer ausgezeichnet worden war, blieb bis zur Zielgeraden an Evenepoels Seite. Dort hatte der Belgier schließlich die größeren Reserven und setzte sich im Sprint durch.

Ben Tulett aus Großbritannien gewann mit 29 Sekunden Rückstand den Sprint der ersten Verfolgergruppe und komplettierte als Dritter das Podium. Titelverteidiger Giulio Ciccone belegte diesmal den sechsten Platz.

Nächstes großes Ziel: WM-Titel

An einen fünften Triumph in San Sebastian wollte Evenepoel unmittelbar nach seinem Rekordsieg noch nicht denken. Sein Blick richtet sich bereits auf das nächste große Ziel.

„Jetzt denke ich erst einmal daran, mich zu erholen und etwas auszuruhen“, sagte der 26-Jährige. Danach wolle er sein Training wieder aufbauen – mit einem klaren Ziel: „Ich werde versuchen, Weltmeister zu werden.“ (belga/calü)

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