Anfang 2025 hatte Antwerpen einen Vertrag mit Eviden, einer Tochter des französischen IT-Konzerns Atos, geschlossen. Die Zusammenarbeit war Teil eines großangelegten Projekts zur Verbesserung der Cybersicherheit bei den städtischen Diensten, dem ÖSHZ und der lokalen Polizei.
Für das gesamte auf sechs Jahre angelegte Projekt waren 219 Millionen Euro vorgesehen. Nicht die komplette Summe sollte allerdings an Eviden fließen. Nach Angaben des Chefs von Atos Benelux hatte der Vertrag mit dem Unternehmen einen Wert von mehr als 100 Millionen Euro. Weitere Mittel waren unter anderem für die städtische IT-Organisation Digipolis und kleinere Dienstleister bestimmt.
Hintergrund der Investitionen war ein schwerer Cyberangriff, der die Stadtverwaltung rund drei Jahre zuvor getroffen und zahlreiche Dienste über Monate beeinträchtigt hatte.
Stadt beklagte mangelnde Ergebnisse
Doch bereits wenige Monate nach Beginn der Zusammenarbeit traten offenbar erhebliche Probleme auf. Im Oktober 2025 stellte die Stadt Eviden formell Mängel fest. Trotz „struktureller Eskalationen und Versuchen zur Nachbesserung“ habe das Unternehmen nicht die Leistungen erbracht, die in seinem Angebot zugesagt worden seien, heißt es laut „De Tijd“.
Am 3. Dezember 2025 zog Antwerpen schließlich die Konsequenzen und kündigte den Vertrag einseitig.
Inzwischen ist aus dem gescheiterten IT-Projekt ein Rechtsstreit geworden. Antwerpen verlangt die Rückzahlung sämtlicher bereits beglichener Rechnungen. Wie hoch diese Summe ist, wollen weder die Stadt noch Eviden bekannt geben.
Zusätzlich fordert Antwerpen vor Gericht einen Schadenersatz von mehr als 3,8 Millionen Euro. Eviden weist die Vorwürfe zurück und vertritt die Auffassung, seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt zu haben. Das Unternehmen hat seinerseits eine Gegenforderung eingereicht. (belga/calü)

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