Dort soll bis 2030 ein neuer Elektrolichtbogenofen mit einer Jahreskapazität von zwei Millionen Tonnen entstehen. Ein vergleichbares Projekt für Gent ist in der Investitionsplanung dagegen nicht mehr vorgesehen.
Finanzchef Genuino Christino vermied es bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen, neue Zusagen für den Standort Gent zu machen. Die sogenannte Direktreduktion von Eisenerz (DRI) sei derzeit „nicht wirklich Teil unserer Pläne“, erklärte er. Für eine breite Einführung dieser Technologie in Europa seien die Rahmenbedingungen momentan nicht gegeben. „Der Fokus liegt auf Dünkirchen“, betonte Christino.
Bei der DRI-Technologie wird Eisenerz mithilfe von Erdgas oder Wasserstoff zu sogenanntem Eisenschwamm verarbeitet. Dieser wird anschließend in einem Elektrolichtbogenofen – gemeinsam mit Stahlschrott – zu neuem Stahl eingeschmolzen. ArcelorMittal setzt dieses Verfahren bereits in seinem Werk in Hamburg ein.
Für Gent war ursprünglich die Kombination aus einer DRI-Anlage und Elektrolichtbogenöfen vorgesehen. In der nun veröffentlichten Projektliste fehlt dieses Vorhaben jedoch vollständig.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die strategische Neuausrichtung des Konzerns durch einen Führungswechsel. Anfang Juli wurde bekannt, dass Geert Van Poelvoorde Ende des Monats als Chef von ArcelorMittal Europe ausscheidet. Der Belgier hatte seine Laufbahn 1989 im damaligen Sidmar-Werk in Gent begonnen. Sein Abgang nährt Spekulationen über eine mögliche Neuausrichtung der europäischen Investitionsstrategie des Stahlkonzerns. (belga/calü)

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