Die flämische Abfallagentur (OVAM) hatte Ende vergangenen Jahres eine Charta vorgestellt, mit der Städte und Gemeinden dazu ermutigt werden sollten, das Werfen von Bonbons am Nikolaustag sowie von Konfetti und anderen Gegenständen bei Karnevals- und Festumzügen zu verbieten. Ziel war es, Abfälle zu vermeiden und die Umweltbelastung zu verringern.
Die Initiative stieß jedoch kaum auf Interesse. Nach Angaben von Minister Brouns signalisierten lediglich die Gemeinden Maldegem (Provinz Ostflandern) und Opwijk (Provinz Flämisch-Brabant), dass sie sich mit einem solchen Verbot befassen wollten. Das Interesse sei somit „begrenzt“ gewesen. Deshalb habe sich die Regierung entschieden, die Charta in ihrer jetzigen Form aufzugeben.
Die N-VA-Abgeordnete Sanne Van Looy begrüßte diesen Schritt. Zwar sei das Anliegen des Umweltschutzes grundsätzlich nachvollziehbar, doch detaillierte Vorgaben für den Umgang mit Konfetti oder Bonbonwürfen seien überzogen gewesen.
„Wir müssen unsere Traditionen bewahren, die häufig von Ehrenamtlichen getragen werden, und sie nicht übermäßig reglementieren“, erklärte Van Looy. Umweltbewusstsein und Brauchtum ließen sich ihrer Ansicht nach durchaus miteinander vereinbaren.
Statt Verbote oder „moralisierende Charten“ zu verabschieden, seien andere Maßnahmen sinnvoller. „Mehrwegbecher oder eine bessere Reinigung nach Veranstaltungen sind deutlich wirksamer“, sagte die Abgeordnete. Karneval, Nikolausumzüge und andere lokale Festveranstaltungen seien wichtige Momente des gesellschaftlichen Miteinanders und ein fester Bestandteil der flämischen Folklore. Diese Initiativen und die dahinterstehenden Vereine sollten deshalb unterstützt und nicht unnötig eingeschränkt werden. (belga/calü)

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