Nach Angaben der Gewerkschaften ist die Entscheidung Teil einer bewussten Strategie. Der Arbeitskampf sei „sehr kraftvoll und wirkungsvoll“ gewesen. Anstatt die Mobilisierung durch eine längere Streikdauer zu schwächen, wolle man den Druck aufrechterhalten und sich auf die nächsten Verhandlungen vorbereiten.
Nun erwarten die Arbeitnehmervertreter, dass die von der Brüsseler Regionalregierung und der Leitung des Feuerwehr- und Rettungsdienstes angekündigten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Geschieht dies nicht bis Ende September, sollen Protestaktionen und Streik wieder aufgenommen werden.
In den kommenden Wochen wollen die Gewerkschaften zudem ihre interne Organisation ausbauen. Unter anderem sollen in den einzelnen Einheiten Ansprechpartner benannt werden, um die weiteren Verhandlungen besser vorzubereiten.
Streitpunkte auf regionaler und föderaler Ebene
Neben den regionalen Forderungen kündigen die Gewerkschaften an, dass sich ab September auch auf föderaler Ebene ein neuer Sozialkonflikt entwickeln könnte. Dabei geht es unter anderem um die Rentenregelung, die Anerkennung bestimmter Krebserkrankungen als Berufskrankheit, die körperliche Belastung des Berufs sowie die Bedingungen für den Übergang in den Ruhestand.
Diese Themen unterscheiden die Gewerkschaften ausdrücklich von den regionalen Forderungen, die sich auf die Finanzierung des Feuerwehr- und Rettungsdienstes sowie den Personalmangel beziehen.
Der Streik war am 21. Juli ausgerufen worden. Die Brüsseler Feuerwehrleute kritisieren seit Langem eine strukturelle Unterbesetzung und eine unzureichende Finanzierung des Siamu. In der vergangenen Woche hatte die Brüsseler Regionalregierung einen Maßnahmenplan vorgestellt. Dieser sieht bis Ende 2027 die Einstellung von 132 zusätzlichen Mitarbeitern sowie ein Investitionspaket in Höhe von zehn Millionen Euro zur Stärkung des Dienstes vor. (belga/calü)

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