„Eine große Ehre“: Mark van Bommel ist neuer Nationaltrainer

<p>„Eine große Ehre“: Mark van Bommel ist neuer Nationaltrainer</p>
Foto: belga

Am Donnerstag saß der Niederländer längere Zeit mit dem Technischen Direktor Vincent Mannaert und weiteren Mitgliedern der Verbandsspitze zusammen, um seine mögliche Amtsübernahme und die nahe Zukunft der Roten Teufel zu besprechen. Nach zwei Jahren ohne Verein wird der 49-Jährige nun neuer belgischer Nationaltrainer. Die wichtigsten Hürden auf dem Weg zur Ernennung wurden in den vergangenen Tagen aus dem Weg geräumt. Der einstige Erfolgstrainer des FC Antwerp, mit dem er 2023 das Double gewann, hatte sich mit dem Verband in allen wesentlichen Punkten geeinigt – sowohl finanziell als auch sportlich. Es fehlten zuvor nur noch die Zustimmung des Verwaltungsrats und die Vertragsunterschriften, ehe am Freitag weißer Rauch über dem Verbandssitz in Tubize aufsteigen konnte: Van Bommel unterschreibt einschließlich bis zur EM 2028.

Damit ist die Nachfolge von Rudi Garcia bereits zwei Wochen nach em belgischen WM-Aus gegen Spanien im Viertelfinale geklärt. „Es ist eine große Ehre, Nationaltrainer Belgiens zu werden. Ich möchte dem Belgischen Fußballverband für das Vertrauen danken, das er mir entgegenbringt. Belgien verfügt über außergewöhnliche Spieler und ein enormes Potenzial. Gemeinsam mit meinem Trainerteam wollen wir eine disziplinierte, ehrgeizige und mutige Mannschaft formen, die mit den besten Teams der Welt konkurrieren kann“, so van Bommel in einer ersten Reaktion.

„Erfolg ist nie garantiert, aber harte Arbeit, Ehrlichkeit und Einsatzbereitschaft schon. Wir werden alles geben, um diese Mannschaft jeden Tag weiterzuentwickeln und die Belgier stolz zu machen. Ich freue mich darauf, die Spieler, den Trainerstab und die Fans kennenzulernen und gemeinsam dieses neue Kapitel zu beginnen.“

Was den neuen Nationaltrainer ausmacht, lesen Sie im Text von GrenzEcho-Redakteur Mike Notermans HIER.

„Bei den Roten Teufeln hat sich noch immer ein Grund gefunden, dem Trainer das Leben zur Hölle zu machen.“

Auch der künftige Trainerstab des ehemaligen Profis hatte zuletzt bereits konkrete Formen angenommen. Nach dem Abschied von Rudi Garcia sowie dessen Assistenten Claude Fichaux, Stéphane Jobard und Christophe Prudhon arbeitet der Verband an der Zusammenstellung des neuen Staffs.

Prominentester Name im künftigen Trainerstab ist Boudewijn Zenden. Der frühere Flügelspieler des FC Barcelona, des FC Chelsea, des FC Liverpool und von Olympique Marseille bestritt 54 Länderspiele für die Niederlande. Als Co-Trainer gewann er 2013 mit Chelsea die Europa League, damals unter anderem mit Eden Hazard im Kader. Später arbeitete Zenden bei Jong PSV und anschließend als Individualtrainer der PSV-Profis. In Eindhoven arbeitete er bereits mit Van Bommel zusammen. Seit 2024 ist Zenden beim MVV Maastricht als Individualtrainer für die Angreifer tätig. Zudem spricht der Niederländer fließend Französisch.

Maarten Martens soll ebenfalls zum Trainerstab gehören. Der Belgier war bis Anfang dieses Jahres Cheftrainer des niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar. Nach seiner Entlassung galt der frühere Nationalspieler, der neun Länderspiele für Belgien bestritt, kurzzeitig als Kandidat beim RSC Anderlecht. Nun steht er vor einer Rückkehr in die Rolle des Co-Trainers. Mannaert kennt Martens noch aus dessen Zeit bei Club Brügge, wo dieser nach dem Ende seiner Spielerkarriere als Jugendtrainer arbeitete. Bei den Roten Teufeln soll Martens als Bindeglied zur U21-Nationalmannschaft fungieren.

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Darüber hinaus soll auch Videoanalyst Alex Abresch zum Trainerteam gehören. Der 39-Jährige arbeitete bereits bei der PSV Eindhoven, dem VfL Wolfsburg und zuletzt beim FC Antwerp mit Van Bommel zusammen. Als weiterer Assistent ist der Niederländer Reinier Robbemond vorgesehen. Guy Martens soll Torwarttrainer bleiben.

Van Bommel selbst soll nach Angaben der Kollegen von „Het Nieuwsblad“ signalisiert haben, nach der Vertragsunterzeichnung so schnell wie möglich Französisch lernen zu wollen. „Oder zumindest das Basisvokabular“, heißt es. Zumindest im niederländischsprachigen Teil des Landes seien die fehlenden Niederländischkenntnisse Rudi Garcias zu keinem Zeitpunkt als problematisch angesehen worden, findet das Blatt und blickt beim vermeintlichen „Sprachenproblem“ rund um van Bommel eher in Richtung Wallonie.

Und wie schaut man im Ausland auf die Ernennung des 79-maligen niederländischen Nationalspielers? „Van Bommel: Bereit für den Höllen-Job“, titelt der deutsche Sport-Informations-Dienst (SID). „Mark van Bommel spricht, klar, Niederländisch, zudem noch Englisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch. Aber des Französischen ist der angeblich neue Trainer der belgischen Nationalmannschaft nicht mächtig. Das muss kein Problem sein, aber van Bommel sollte wissen: Bei den Roten Teufeln hat sich noch immer ein Grund gefunden, dem Trainer das Leben zur Hölle zu machen.“

Domenico Tedesco könne ein Lied davon singen, wie anspruchsvoll der Posten des belgischen Nationaltrainers ist, den er von Februar 2023 bis Januar 2025 innehatte. „Ständig schien es Streit zu geben, am Ende auch mit Sportdirektor Vincent Mannaert.“ (mn/lm)

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