Günter Beyer erneut als Gastwissenschaftler in China

<p>Prof. Yang vom Beijing Institute of Technology (l.) begrüßte den Eupener Chemiker Dr. Günter Beyer während dessen Gastaufenthalts an der Hochschule in Peking.</p>
Prof. Yang vom Beijing Institute of Technology (l.) begrüßte den Eupener Chemiker Dr. Günter Beyer während dessen Gastaufenthalts an der Hochschule in Peking. | Foto: privat

Zu Beginn seines Aufenthalts stellte Beyer den Professoren und Studierenden die Deutschsprachige Gemeinschaft vor. Nach seinen Angaben stieß dies auf großes Interesse. Besonders beeindruckt zeigte sich der Eupener Wissenschaftler von der Motivation der Studierenden und der Dynamik der chinesischen Forschung. „Es ist erstaunlich, wie engagiert die Studenten am Beijing Institute of Technology sind“, sagt Beyer.

Das Institut zählt nach seinen Angaben zu den weltweit führenden Einrichtungen bei der Entwicklung neuer Kunststoffeigenschaften. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung flammfester Kunststoffe für industrielle Anwendungen. China habe seine wissenschaftliche Leistungsfähigkeit in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Während vor rund acht Jahren nach seinen Angaben nur etwa jede zehnte wissenschaftliche Veröffentlichung in seinem Fachgebiet aus China stammte, werden heute mehr als 80 Prozent der Publikationen in der Kunststofftechnik von chinesischen Forschern verfasst, erläutert Beyer. Während seines Aufenthalts besuchte der Eupener außerdem ein Unternehmen in Zentralchina, das sich innerhalb weniger Jahre von einem Hersteller einfacher Produkte aus Kunststoffrecycling zu einem Produzenten hochwertiger Kunststoffmischungen für den Elektromarkt entwickelt habe. Nach Angaben des Unternehmens soll Anfang 2027 auch der europäische Markt beliefert werden. „Europa muss sich darauf einstellen, dass chinesische Kunststoffmischungen schon bald verstärkt auf unserem Markt auftauchen werden", sagt Günter Beyer. Ein weiteres Beispiel für den Innovationswillen chinesischer Forschung sieht der Chemiker in einer chemischen Verbindung, deren Synthese bislang nicht gelang. Bereits während seiner Promotion an der RWTH Aachen habe er sich vor rund 40 Jahren mit diesem Molekül beschäftigt. Nachdem sich in Europa bislang keine Forschungsgruppe für das Thema gefunden habe, sei am Beijing Institute of Technology unmittelbar Interesse entstanden, die Synthese im Rahmen einer Master- oder Doktorarbeit anzugehen. Neben dem wissenschaftlichen Programm blieb auch Zeit für kulturelle Eindrücke.

Günter Beyer besuchte unter anderem die Verbotene Stadt und den Sommerpalast. Beeindruckt zeigte er sich zudem vom Stadtbild Pekings. „Die Stadt ist außergewöhnlich sauber", sagt er. Nach seinen Beobachtungen seien Schwerindustrie und andere emissionsintensive Betriebe weitgehend aus der Metropole mit rund 22 Millionen Einwohnern verlagert worden, wodurch sich auch die Luftqualität deutlich verbessert habe. (red/sc)

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