NRW und Niederlande stärken gemeinsamen Hochwasserschutz

<p>Am Brückenmodell im Vordergrund staut sich das Wasser, auf dem Podest lauschen (v.l.) den Erklärungen von Wissenschaftlerin Lisa Burghardt: Minister Vincent Karremans, Minister Oliver Krischer, Deichgraf Hein Pieper und RWTH-Professor Holger Schüttrumpf.</p>
Am Brückenmodell im Vordergrund staut sich das Wasser, auf dem Podest lauschen (v.l.) den Erklärungen von Wissenschaftlerin Lisa Burghardt: Minister Vincent Karremans, Minister Oliver Krischer, Deichgraf Hein Pieper und RWTH-Professor Holger Schüttrumpf. | Foto: Heike Lachmann

Seit der Katastrophe stellte NRW seinen Angaben zufolge rund 500 Millionen Euro zur Verfügung, wobei die jährlichen Mittel von 56,7 Millionen Euro im Jahr 2021 auf rund 100 Millionen Euro ab 2025 fast verdoppelt wurden. Damit seien bereits rund 600 Projekte des klassischen Hochwasserschutzes gefördert worden. Krischer betonte: „Es gilt das Prinzip: Oberlieger schützt Unterlieger. Gemeinsam können wir die Sicherheit für Millionen Menschen am Rhein und seinen Nebenflüssen erhöhen.“

Vincent Karremans: „Hochwasser macht nicht an Grenzen halt.“

Vincent Karremans, niederländischer Minister für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, ergänzte: „Hochwasser macht nicht an Grenzen halt - unsere Zusammenarbeit darf das ebenfalls nicht“.

Neben technischen Bauwerken wie dem Polder Köln-Worringen, der die Hochwasserspitzen des Rheins um bis zu 17 Zentimeter senken soll, setzen die Partner auf das Leitbild „Room for the River“ (Raum für den Fluss). Hierbei wird Flüssen durch Renaturierung und Deichrückverlegung mehr Raum gegeben. 120 solcher Projekte wurden in NRW demnach bereits initiiert.

Grenzenloses Forschungsprogramm

Wissenschaftlich wird die Kooperation durch das Forschungsprogramm „JCAR Atrace“ gestärkt. Holger Schüttrumpf von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen erklärte: „JCAR Atrace bietet uns hier die Möglichkeit, grenzüberschreitende Fragestellungen zu untersuchen und anschließend direkt in die Praxis zu überführen.“

Zur besseren Warnung wurde zudem das Netz der Hochwassermeldepegel in NRW von 84 auf 122 Standorte verdichtet. Aktuell werden zudem Regionalpakte verhandelt, um Schutzsysteme für ganze Flusseinzugsgebiete wie die Eifel-Rur kompatibel zu gestalten. Man nutze auch KI-gestützte Systeme. Krischer betonte, man hoffe, dass all die neue Technik nie zum Einsatz komme. Man müsse für den Fall der Fälle aber vorbereitet sein. (dpa/mcfly)

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