Der Text der Minister David Clarinval (MR), Jan Jambon (N-VA) und Rob Beenders (Vooruit) setzt eine europäische Richtlinie aus dem Jahr 2023 über Verbraucherkreditverträge in belgisches Recht um.
Die neuen Regeln nehmen auch sogenannte „Buy now, pay later“-Dienste wie Klarna ins Visier. Solche Anbieter müssen Minderjährige künftig ausschließen und die Kreditwürdigkeit der Kunden überprüfen.
Diese Dienste ermöglichen es Verbrauchern, bei einem Onlinekauf unkompliziert einen kurzfristigen Kredit aufzunehmen und den Betrag später oder in Raten zu bezahlen. Nicht alle Kunden könnten die Folgen für ihr persönliches Budget jedoch richtig einschätzen.
Im Jahr 2024 hatte nach Angaben aus dem Gesetzentwurf jeder fünfte Nutzer eines solchen Kredits mit einem Inkassounternehmen zu tun. Fast ein Drittel der Betroffenen war jünger als 24 Jahre.
Der Gesetzentwurf weitet zudem das sogenannte Recht auf Vergessenwerden auf Verbraucherkredite aus. Es gilt unter anderem für Menschen, die eine Krebserkrankung überstanden haben. Eine vergleichbare Regelung besteht bereits für Hypothekendarlehen.
Wurde ein Kreditantrag von einem System mit künstlicher Intelligenz bearbeitet, erhält der Verbraucher außerdem das Recht, eine erneute Prüfung durch einen Menschen zu verlangen. Angesichts der zunehmenden Automatisierung von Bankentscheidungen soll dies vor möglichen Fehlern durch Algorithmen schützen.
Künftig dürfen zudem nur anerkannte Kreditgeber und Kreditvermittler Beratungen zu Krediten anbieten. Eine zusätzliche Vergütung dürfen sie dafür nicht verlangen.
Die meisten neuen Bestimmungen treten am 20. November in Kraft. (belga/rt)

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