Pogacar fährt allen davon: Tourmalet-Sieg bringt Gelbes Trikot zurück

<p>Pogacar fährt allen davon: Tourmalet-Sieg bringt Gelbes Trikot zurück</p>
Foto: Photo News

Dem zweimaligen Sieger Vingegaard nahm Pogacar nach einer 43 km langen Alleinfahrt 2:38 Minuten ab, sein Vorsprung in der Gesamtwertung beträgt bereits vorentscheidend anmutende 2:42 Minuten. Der Vorjahres-Dritte Florian Lipowitz kam beim ersten echten Schlagabtausch der Favoriten mit knapp drei Minuten Rückstand als Sechster ins Ziel, sein Teamkollege bei Red Bull-Bora-hansgrohe Remco Evenepoel wurde vor ihm Vierter.

Der zuvor Gesamtführende Torstein Träen aus Norwegen (Uno-X Mobility) stürzte bereits weit zurückliegend und fuhr gebeutelt in Richtung Ziel. Pogacar trägt auf der Jagd nach seinem fünften Titel nun wieder das angestammte „Maillot jaune“.

Am Tourmalet machte Pogacars Team UAE Emirates-XRG richtig ernst, fünf Kilometer vor dem Gipfel übernahm Isaac Del Toro die Initiative. Pogacars Edelhelfer lancierte eine mächtige Attacke, der nur sein Kapitän folgen konnte. Kurz darauf war Pogacar auf sich alleine gestellt, was ihn nicht kümmerte.

Oben an der Bergwertung des Tour-Riesen hatte er einen Vorsprung von knapp 30 Sekunden auf Vingegaard herausgefahren. Nach der Abfahrt stürzte sich Pogacar in den 18,7 km langen, aber kaum steilen Schlussanstieg zum Felsenkessel Cirque de Gavarnie und baute seinen Vorsprung sukzessive weiter aus.

Begonnen hatte der Renntag bei gewohnt hohen Temperaturen und mit einem mächtigen Tempo. Die ersten weitgehend flachen 86 km des Tages legten die Fahrer mit einem Schnitt von 45 km/h zurück. Das UAE-Team machte deutlich, dass es an einem Ausreißer-Sieg diesmal kein Interesse hatte. Im High-Speed ging es schließlich über die Kuppe, die auch Macron im Führungsfahrzeug von Tour-Chef Christian Prudhomme überfuhr.

Eine rasante Abfahrt später und etwa 55 km vor dem Ziel wartete dann der Anstieg hinauf zum Tourmalet, der auf 2.115 Metern Höhe über den Pyrenäentälern thront. 1910 erstmalig und seither weitere 91 Mal überfahren gilt er als einer der vier „heiligen“ Anstiege der Tour - von Sainte-Marie de Campan mussten die Fahrer diesmal 17,1 km bei garstigen 7,3 Prozent Durchschnitts-Steigung bezwingen. „Ich erwarte ein Feuerwerk“, hatte Vingegaard vor Etappenstart gesagt. Er sollte Recht behalten. (mn/sid)

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