ArcelorMittal streicht europäischen CEO-Posten

<p>ArcelorMittal betont die Bedeutung Europas für den Konzern, streicht aber den eigenen CEO-Posten für die Region.</p>
ArcelorMittal betont die Bedeutung Europas für den Konzern, streicht aber den eigenen CEO-Posten für die Region. | Foto: Photo News

Nach Angaben von ArcelorMittal bleibt Europa für den Konzern „strategisch wichtig“. Van Poelvoorde geht Ende Juli in den Ruhestand, bleibt aber Vorsitzender von ArcelorMittal Europe Steel und vertritt das Unternehmen weiterhin bei Eurofer, dem europäischen Stahlverband. Die drei CEO der europäischen Aktivitäten werden künftig direkt an Konzernchef Aditya Mittal berichten. Das Unternehmen verweist dabei darauf, dass Aditya Mittal vor Van Poelvoorde selbst CEO für Europa war und die europäischen Aktivitäten daher gut kenne.

Mit dieser Erklärung will ArcelorMittal offenbar dem Eindruck entgegenwirken, Europa verliere innerhalb des Konzerns an Gewicht. Das Unternehmen betont, Europa sei weiterhin die größte Stahlregion des Konzerns. Die europäischen Aktivitäten stehen demnach für 52 Prozent der Rohstahlproduktion, 53 Prozent der Lieferungen, 30 Prozent des Ebitda und 33 Prozent des Umsatzes. Mehr als 43.000 Menschen arbeiten in Europa für ArcelorMittal.

Dennoch bleibt das Signal zwiespältig. Europa behält nach Darstellung des Unternehmens seine strategische Bedeutung, verliert aber seinen eigenen CEO. Dies geschieht in einer Phase, in der energieintensive Industrien in Europa mit hohen Strompreisen, steigenden CO2-Kosten, billigen Importen und hohen Lohnkosten kämpfen. Auch bei den Gewerkschaften wirft diese Kombination Fragen auf.

Für Gent ist die Entwicklung besonders sensibel. Dort liegt seit 2021 ein milliardenschweres Projekt auf dem Tisch, mit dem die Stahlproduktion durch Elektroöfen und eine DRI-Anlage klimafreundlicher werden soll. Van Poelvoorde galt als wichtiger Fürsprecher einer europäischen und Genter Stahlzukunft. ArcelorMittal verweist nun auf den CO2-Grenzausgleich CBAM, neue Zollkontingente, die bevorstehende Reform des Emissionshandels ETS und 3,9 Millionen Tonnen neuer Kapazität mit Elektrolichtbogenöfen in Europa. Eine endgültige Investitionsentscheidung für Gent steht jedoch weiterhin aus. (belga/rt)

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