Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der liberalen Politiker hervor. Die Attraktivität der Hochschuleinrichtungen der Französischen Gemeinschaft für Jugendliche aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft sei „ein wesentlicher strategischer Hebel für die Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes“, heißt es dazu in der Pressemitteilung.
Angesichts des nachgewiesenen Rückgangs der Einschreibungen ostbelgischer Studierender in der Französischen Gemeinschaft von 1.025 im akademischen Jahr 2019-2020 (davon 454 an Universitäten, 431 an Hochschulen und 19 an Kunsthochschulen) auf 889 im Jahr 2024-2025 schlagen die Abgeordneten Alarm. Für die drei liberalen Mandatsträger sei es „von grundlegender Bedeutung, eine klare und ehrgeizige Richtung vorzugeben“: „Wir müssen unsere jungen Talente dazu ermutigen, ihre Ausbildung an unseren eigenen Hochschuleinrichtungen zu absolvieren, um ihre einzigartige Mehrsprachigkeit optimal zu nutzen und dieses qualifizierte Humankapital im Zentrum unseres eigenen Wirtschaftsgefüges zu halten, anstatt es an das Ausland zu verlieren“, heißt es dazu weiter in der Pressemitteilung.
Vorbereitung auf das Studium verbessern
Der Erwerb und die Beherrschung der französischen Sprache würden „den zentralen Dreh- und Angelpunkt für diesen akademischen Erfolg“ bilden. Die Parlamentarier begrüßten die von den Ministern bestätigten konkreten Initiativen der Akteure vor Ort. Dies gelte insbesondere für die Universität Lüttich, einen „strategischen Partner ersten Ranges mit ihren 29.348 Studierenden, 11 Fakultäten und 4 Campus“, die Ende August eine sprachliche und akademische Vorbereitungswoche mit Fokus auf hochschulvorbereitendes Französisch für Schüler des fünften und sechsten Sekundarschuljahres organisiere. Dieses Modul füge sich „perfekt in das Gesamtkonzept des Spracherwerbs in der Deutschsprachigen Gemeinschaft“ ein, das darauf abziele, am Ende der Schullaufbahn zertifizierte Sprachniveaus von B1 bis B2 zu erreichen, und das derzeit von einer umfassenden Überarbeitung seines Rahmenplans vom Kindergarten bis zum Abitur profitiere. Die Abgeordneten unterstützten darüber hinaus den Informationstag zur Begleitung der Schüler bei ihrer Studienwahl, wie dies beispielsweise am Königlichen Athenäum Eupen (KAE) der Fall ist, das Vernetzungsprojekt zwischen der Deutschsprachigen Gemeinschaft und der HEC Lüttich zur Zusammenführung von Studierenden und lokalen Unternehmen sowie die laufende Prüfung der Organisation der Aufnahmeprüfung für das Medizinstudium in deutscher Sprache, um sprachliche Hürden abzubauen.
Gleichzeitig weisen die Abgeordneten auf ein in ihren Augen „großes Hindernis“ hin: den Mangel an modernen Evaluierungsinstrumenten innerhalb der Verwaltung. Dass die Regierung einräume, nicht über präzise Daten zu verfügen, um die genauen Beweggründe für den Wechsel von Studierenden nach Deutschland oder Maastricht mit Sicherheit zu bestimmen, verdeutliche die Notwendigkeit, die administrativen Datenbanken dringend zu modernisieren. Es sei „nicht hinnehmbar, dass wesentliche öffentliche und wirtschaftliche Politiken mit veralteten Systemen gesteuert werden müssen, die es nicht einmal erlauben, eine klare statistische Historie über zehn Jahre zu erstellen“. Für Christine Mauel, Stéphanie Cortisse und Frederik Wertz ist diese technologische Modernisierung unerlässlich, „um gezielte Anreize zu verfeinern, Bildungswege an unseren Universitäten nachhaltig zu sichern und die Zukunft unserer Unternehmen zu gewährleisten“. (red/nico)

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