452 Ostbelgier studieren an Universitäten der Französischen Gemeinschaft – Lüttich bleibt erste Wahl

<p>Logo der Universität Lüttich (ULiège): Mit 309 Studierenden im Studienjahr 2025/26 bleibt die Hochschule die mit Abstand wichtigste Universität für Studierende aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft.</p>
Logo der Universität Lüttich (ULiège): Mit 309 Studierenden im Studienjahr 2025/26 bleibt die Hochschule die mit Abstand wichtigste Universität für Studierende aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft. | Foto: belga

Demnach studieren 309 Ostbelgier an der Universität Lüttich. Mit deutlichem Abstand folgen die Katholische Universität Löwen (UCLouvain, 99 Studierende), die Freie Universität Brüssel (ULB, 23), die Universität Namur (19) und die Universität Mons (2). Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Gesamtzahl der Studierenden von 445 auf 452. Die Universität Lüttich bleibt damit mit Abstand die wichtigste Hochschule für Studierende aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Auf die Frage nach der Bedeutung der Universität Lüttich für die ostbelgische Bildungspolitik verweist Minister Franssen auf die geografische Nähe und die strategische Rolle des Hochschulstandorts. Gerade für eine kleine Region wie Ostbelgien sei der einfache Zugang zu einem breiten Studienangebot ein großer Vorteil. Gleichzeitig trage die Zusammenarbeit mit Hochschulen in Lüttich und der Euregio Maas-Rhein zur Fachkräftesicherung und zur Vernetzung mit der ostbelgischen Wirtschaft bei. Als Beispiele nennt der Minister die Kooperationen mit der HEC Liège und der HELMo-Gramme, die Praktika, Abschlussarbeiten und Kontakte zwischen Studierenden und ostbelgischen Unternehmen fördern sollen. Frederik Wertz verweist in seiner schriftlichen Frage auf einen Vorbereitungskurs für angehende Studierende, die ein Studium in französischer Sprache aufnehmen möchten. Aus seiner Sicht sind solche Angebote wichtig, weil sich viele ostbelgische Abiturientinnen und Abiturienten ein Studium an einer Hochschule der Französischen Gemeinschaft sprachlich nicht mehr zutrauten. Gleichzeitig bezeichnet er die Universität Lüttich als strategisch wichtigen Partner für die Deutschsprachige Gemeinschaft, nicht zuletzt mit Blick auf die Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte.

Bei der Frage zur Zusammenarbeit mit Hochschulen der Französischen Gemeinschaft verweist Minister Jérôme Franssen auf bestehende Kooperationsabkommen mit der Universität Lüttich und der Autonomen Hochschule Ostbelgien (AHS). Diese umfassen demnach unter anderem die Lehrerausbildung und den Sprachunterricht. Im Bereich der Sprachförderung arbeitet das Ministerium zudem mit Universitäten im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen zusammen. Aktuell wertet die UCLouvain die DELF-Ergebnisse aus. Darüber hinaus beteiligt sich die Universität Lüttich am Vorbereitungskurs für angehende Studierende, die ein Studium in französischer Sprache aufnehmen möchten. Die Regierung will die Studienangebote der Hochschulen der Französischen Gemeinschaft im Rahmen der Berufswahlorientierung sichtbarer machen. Informationen über Studienmöglichkeiten sollen „frühzeitig, transparent und niederschwellig zugänglich“ sein – etwa durch Informationsabende, Kooperationen zwischen Schulen und Hochschulen sowie digitale Orientierungsplattformen, erklärt Jérôme Franssen in seiner Antwort auf die schriftliche Frage. Gleichzeitig betont der Unterrichtsminister, dass die Berufswahlorientierung „breit und ergebnisoffen“ gestaltet werde. Schülerinnen und Schüler sollten neben Hochschulstudien auch duale Ausbildungen und andere Bildungswege kennenlernen.

Mehr Sprachkompetenz für den Studienstart

Mit Blick auf den Französischunterricht verweist Franssen auf die derzeitige Überarbeitung der Rahmenpläne für Kindergarten sowie Primar- und Sekundarschule. Ziel sei ein durchgängiger Kompetenzaufbau bis zum Abitur. Auch die Kompetenzen in Französisch als erster Fremdsprache würden überprüft, präzisiert und besser aufeinander abgestimmt, um die angestrebten Sprachniveaus nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen zu erreichen. Der neue Rahmenplan soll zudem digital verfügbar sein und durch zusätzliche Unterstützungsangebote ergänzt werden. (sc)

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