In der Hauptstadtregion hängt die Lage von der jeweiligen Gemeinde ab. Auf dem Dumon-Platz in Woluwe-Saint-Pierre wird es keine Großbildleinwand geben. Auch in Evere, Schaerbeek und Watermael-Boitsfort ist keine öffentliche Übertragung vorgesehen. In der Stadt Brüssel können Bars und Cafés hingegen selbst entscheiden. Wenn Bildschirme auf Terrassen aufgestellt werden, soll dies in Abstimmung mit den kommunalen Diensten geschehen.
In Eupen wurde der Standort des Public Viewings aus Sicherheitsgründen verlegt. Gemeinsam mit der Polizei sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Kapazitäten im Kolpinghaus möglicherweise nicht ausreichen. Man habe vermeiden wollen, dass Fans vor verschlossenen Türen stehen und es dort zu Unmut kommt.
Hinzu kamen technische Einschränkungen: Wegen der Ferienzeit konnten kurzfristig nur drei Signalleitungen gelegt werden, wodurch mehrere überdachte Alternativen nicht infrage kamen. Auf dem Parkplatz Bergstraße soll die Übertragung mit deutlich reduzierter Lautstärke und ohne Mikrofondurchsagen stattfinden – aus Rücksicht auf die Anwohner bei einer Anstoßzeit um 2 Uhr nachts.
In der Wallonie halten auch mehrere andere Städte an einer öffentlichen Übertragung fest. In Charleroi hat Bürgermeister Thomas Dermine (PS) das Konzept angepasst, um mögliche Störungen zu begrenzen. Das Spiel wird nicht auf der Place de la Digue gezeigt, die bis zu 8.000 Menschen aufnehmen kann, sondern im kleineren Parc Reine Astrid. Dort ist Platz für etwa 2.000 bis 3.000 Fans. Auch Tournai, Dinant und Ciney wollen das Spiel öffentlich zeigen. Cineys Bürgermeister Frédéric Deville (MR) sagte scherzhaft, seine Stadt sei „wie Las Vegas“ und feiere 365 Tage im Jahr.
Andere wallonische Gemeinden verzichten auf eine öffentliche Übertragung auf Großbildleinwand. Dazu zählen Mons, Ottignies-Louvain-la-Neuve und Braine-l’Alleud. In Waterloo fällt die Entscheidung ebenfalls eindeutig aus. Bürgermeisterin Florence Reuter (MR) lehnt eine Übertragung um 2 Uhr morgens ab.
Für Matthieu Léonard, Präsident des Horeca-Verbands Brüssel, könnte die Nacht ohne große Public-Viewing-Zonen eine Chance für kleinere Cafés sein. Er sagte gegenüber „La Dernière Heure“, dies sei eine gute Gelegenheit für Cafés, sich zu profilieren und zusätzliche Einnahmen zu erzielen.
Zugleich hält Léonard Cafés für besser geeignet als große öffentliche Übertragungen zu dieser Uhrzeit. Er könne verstehen, dass Bürgermeister keine Public-Viewing-Zonen um 2 Uhr morgens genehmigen wollten. Schließlich müsse auch die Nachtruhe der Anwohner respektiert werden. Cafés seien wahrscheinlich geeignetere Orte, um Fans zu empfangen und mögliche Lärmbelästigungen oder Ausschreitungen zu begrenzen.
Seine Botschaft an die Fans: Sie sollten sich vorher informieren, aber nicht davon ausgehen, dass alles geschlossen bleibt. Viele Cafés dürften das Spiel zeigen. (belga/rt)

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