Mehr deutsche Touristen in der Wallonie: Übernachtungen steigen um mehr als 50 Prozent

<p>Blick auf die legendäre Eau-Rouge-Raidillon-Passage der Rennstrecke von Spa-Francorchamps. Der Formel-1-Grand-Prix zählt zu den wichtigsten touristischen Aushängeschildern der Wallonie und spielt auch in der Vermarktungsstrategie für den deutschen Markt eine zentrale Rolle.</p>
Blick auf die legendäre Eau-Rouge-Raidillon-Passage der Rennstrecke von Spa-Francorchamps. Der Formel-1-Grand-Prix zählt zu den wichtigsten touristischen Aushängeschildern der Wallonie und spielt auch in der Vermarktungsstrategie für den deutschen Markt eine zentrale Rolle. | Foto: belga

Demnach will die wallonische Tourismusagentur VisitWallonia den auf deutsche Kundschaft ausgerichteten Markt auch in diesem Jahr mit gezielten Maßnahmen weiter ausbauen. Für das Jahr 2025 bestätigten die verfügbaren Daten einen deutlichen Anstieg der deutschen Kundschaft im Süden des Landes, erklärte die Ministerin auf die Frage von Charles Gardier, der auch dem Stadtrat von Spa angehört.

Demnach sind rund 584.000 Übernachtungen verzeichnet worden, gegenüber 385.000 im Jahr 2019. Dies entspreche einer Zunahme von rund 51,7 Prozent. „Diese Entwicklung setzt einen kontinuierlichen Trend fort: 2023 wurden 506.000 und 2024 512.000 Übernachtungen registriert. Dies zeigt ein wachsendes und relativ stabiles Interesse an der Destination Wallonie“, so Ministerin Lescrenier in ihrer Antwort. Derzeit entfielen rund sechs Prozent aller Übernachtungen in der Wallonischen Region auf deutsche Gäste. „Damit handelt es sich um einen Markt mit weiterem Entwicklungspotenzial, der für den regionalen Tourismus jedoch klar vielversprechend ist.“ Für das laufende Jahr stütze sich die von VisitWallonia verfolgte Strategie zur Entwicklung des deutschen Marktes auf einen strukturierten Ansatz, führte die Tourismusministerin weiter aus. Dieser baue sowohl auf den besonderen Stärken der Wallonie als auch auf einer genauen Kenntnis der Erwartungen dieser Zielgruppe auf. Deutschland sei ein strategisch wichtiger Nachbarmarkt mit hoher Kaufkraft und einem ausgeprägten Interesse an Naturtourismus, Wandern, Radfahren und nachhaltigem Tourismus.

In diesem Zusammenhang verfolge VisitWallonia eine mehrkanalige Strategie, die auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten sei. Für die breite Öffentlichkeit und Individualreisende stärke VisitWallonia den Bekanntheitsgrad der Destination durch gezielte digitale Kampagnen, eine Präsenz in den sozialen Medien sowie einen deutschsprachigen Podcast, der sich vollständig der Wallonie widme. „Ziel ist es, die Wallonie dauerhaft im Bewusstsein deutscher Reisender zu verankern, wenn sie ihren nächsten Kurzurlaub planen.“ Ein großer Teil der Maßnahmen richte sich an Naturfreunde sowie Wander- und Radurlauber. Dazu gehörten Partnerschaften mit führenden Fachplattformen und Medien, die Zusammenarbeit mit „glaubwürdigen“ Content-Erstellern sowie die Präsenz auf großen Outdoor-Messen. „Diese Positionierung im Bereich des ‚Slow Tourism‘ hebt die wallonischen Landschaften, Wander- und Radwege sowie einen nachhaltigen Tourismus hervor und entspricht den Erwartungen dieser Zielgruppe.“ Auch junge Erwachsene und ein städtisches Publikum sollen verstärkt angesprochen werden. Dafür setze VisitWallonia auf Influencer-Marketing, den deutschsprachigen Podcast sowie Medien in Grenzstädten wie Aachen. Ziel sei, jüngere Zielgruppen zu erreichen, die Wert auf Erlebnisse, Gastronomie und Lebensart legten. Die geografische Nähe stelle dabei einen wichtigen Vorteil dar. Zugleich werde die Pressearbeit fortgesetzt. VisitWallonia empfange Journalisten einzeln oder in Gruppen in der Wallonie und treffe sie auf Fachveranstaltungen der Tourismusbranche. „Diese Pressearbeit führt zu glaubwürdiger und nachhaltiger Berichterstattung – eine Form der Sichtbarkeit, die sich mit Werbebudgets nicht direkt kaufen lässt.“ Darüber hinaus richte sich die Strategie an die Reisebranche. VisitWallonia sei auf der großen Tourismusmesse in Berlin vertreten, organisiere Informationsreisen und arbeite mit Reiseveranstaltern zusammen. Ziel sei es, „dass die Wallonie nicht nur bekannt ist, sondern auch aktiv in Reiseprogramme aufgenommen und verkauft wird“.

Schrittweise ausgebaut werden solle außerdem der Geschäftstourismus (MICE), der eine hohe Wertschöpfung pro Besucher biete. Dies geschehe über das Convention Bureau, Fachnetzwerke und Veranstaltungen sowie durch die Vermarktung von Aushängeschildern der Region, allen voran des Formel-1-Grand-Prix von Spa-Francorchamps. „Diese Zielgruppe gibt mehr Geld aus, reist außerhalb der Hauptsaison und trägt zur internationalen Ausstrahlung der Wallonie über den Freizeittourismus hinaus bei.“ Für sämtliche Maßnahmen sei im Jahr 2026 ein Budget von rund 323.000 Euro vorgesehen, davon 35.000 Euro aus Kofinanzierungen. (sc)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment