Gefängnispersonal ist landesweit in den Ausstand getreten

<p>Gefängnispersonal ist landesweit in den Ausstand getreten</p>
Foto: belga

Nach Angaben des sozialistischen Gewerkschaftsvertreters Robby De Kaey beteiligen sich zahlreiche Bedienstete an dem Ausstand. Um die Sicherheit in den Gefängnissen zu gewährleisten, wurde zusätzliches Personal angefordert. Dabei unterstützen unter anderem Polizeikräfte die Justizvollzugsanstalten.

Auslöser des Konflikts sind nach Angaben der christlichen Gewerkschaft CSC die seit Langem ungelösten Folgen der chronischen Überbelegung in den Gefängnissen. Immer wieder hätten die Gewerkschaften auf die Situation hingewiesen, ohne dass wirksame Maßnahmen ergriffen worden seien.

Kritisiert werden unter anderem die „Bodenschläfer“ – Häftlinge, die mangels freier Zellen auf Matratzen am Boden schlafen müssen –, zunehmend schwierige Arbeitsbedingungen sowie eine wachsende Zahl von Aggressionen gegen das Gefängnispersonal. Hinzu komme ein mangelnder Respekt seitens der Direktionen gegenüber den Beschäftigten, erklärte Gewerkschaftsvertreterin Claudine Coupienne. Dabei handle es sich keineswegs um Einzelfälle, sondern um wiederkehrende Probleme.

Besonders angespannt sei die Lage in mehreren Haftanstalten in Brüssel und im Süden des Landes. Die Gewerkschaften geben an, die Missstände auch der Gefängnisverwaltung gemeldet zu haben. Eine Reaktion sei jedoch ausgeblieben.

Bereits am 19. Juni hatten die Arbeitnehmervertreter eine Streikankündigung eingereicht. Zwar fand in der vergangenen Woche noch eine Gesprächsrunde statt, diese brachte nach Gewerkschaftsangaben jedoch keine Annäherung.

Die Gefängnisverwaltung bestätigte, dass der Streik in zahlreichen Anstalten gut befolgt werde. Durch zusätzliche Einsatzkräfte solle der Betrieb trotz des Ausstands so sicher wie möglich aufrechterhalten werden. (belga/calü)

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