[Video] 9.000 Gäste feiern 250 Jahre USA im Brüsseler Jubelpark

<p>US-Botschafter Bill White bei einer seiner Ansprachen am Sonntag im Brüsseler Jubelpark</p>
US-Botschafter Bill White bei einer seiner Ansprachen am Sonntag im Brüsseler Jubelpark | Foto: belga

Zu den Ehrengästen gehörten Premierminister Bart De Wever (N-VA), NATO-Generalsekretär Mark Rutte und die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola. In seiner Festrede würdigte De Wever die jahrhundertelange Verbundenheit zwischen Belgien und den Vereinigten Staaten.

Der Premier erinnerte unter anderem an den Frieden von Gent von 1814, der den Krieg zwischen den USA und Großbritannien beendete, sowie an die amerikanischen Soldaten, die in beiden Weltkriegen auf belgischem Boden ihr Leben verloren. Als Zeichen der Freundschaft überreicht Belgien den Vereinigten Staaten eine eigens angefertigte Kristallvase aus der traditionsreichen Manufaktur Val Saint-Lambert. Da das Kunstwerk zu zerbrechlich für eine Übergabe im Jubelpark war, soll es in den kommenden Tagen an die US-Botschaft überbracht werden.

<p>Premier Bart De Wever bei seiner Rede</p>
Premier Bart De Wever bei seiner Rede | Foto: belga

Die Vase vereint mehrere symbolträchtige Elemente: Sie enthält Erde von bedeutenden Schlachtfeldern beider Weltkriege, zeigt einen Adler – das Nationalsymbol der USA – auf einem geschliffenen Diamanten und verbindet damit Wallonie als Heimat der Kristallherstellung mit Flandern und seiner traditionsreichen Diamantenindustrie. „Möge sie ein Symbol unserer dauerhaften Freundschaft und der Werte sein, die uns über den Atlantik hinweg verbinden“, sagte De Wever.

Bereits im Vorfeld hatte die Veranstaltung für Diskussionen gesorgt. Botschafter White teilte mit, dass für die Finanzierung des Festes mehr als fünf Millionen Dollar von über 220 Spendern gesammelt worden seien. Die Beiträge reichten von einem Dollar bis zu mehr als 250.000 Dollar. Zu den Sponsoren gehörten zahlreiche US-Konzerne wie Meta, Microsoft, Google, Boeing oder Nike, aber auch viele belgische Unternehmen, darunter Leonidas, Cartamundi, DEME, Soudal sowie der Hafen Antwerpen-Brügge.

<p>Auch Verteidigungminister Theo Francken war vor Ort.</p>
Auch Verteidigungminister Theo Francken war vor Ort. | Foto: belga

White betonte mehrfach die enge wirtschaftliche Verflechtung beider Länder und verwies beispielhaft auf Cartamundi, das nach seinen Angaben rund 200 Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten investiert.

Auch das Unterhaltungsprogramm musste kurzfristig angepasst werden. Nachdem Musiklegende Nile Rodgers seinen geplanten Auftritt abgesagt hatte, übernahm die amerikanische Countryband Zac Brown Band den musikalischen Höhepunkt des Abends. Laut White sorgte allein diese Ankündigung innerhalb eines Tages für rund 2.000 zusätzliche Anmeldungen.

<p>Der Jubelpark war gut gefüllt.</p>
Der Jubelpark war gut gefüllt. | Foto: belga

Die Feier blieb jedoch nicht frei von Kontroversen. Wegen der Sperrung des Jubelparks und der Zugangskontrollen hatten Anwohner im Vorfeld Kritik geäußert. Zudem fand auf der anderen Seite des Parks eine kleinere Protestkundgebung statt. White zeigte sich gelassen und erklärte, friedlicher Protest gehöre zu einer Demokratie. „Ich weiß nicht, wogegen sie protestieren, aber ich würde es gerne erfahren. Ich ermutige die Menschen, ihre Meinung frei zu äußern“, sagte der Botschafter.

Mit Blick auf die transatlantischen Beziehungen warb White trotz aktueller politischer Spannungen für Zuversicht. „Lassen wir den Medienlärm über angebliche Konflikte oder größere Spaltungen als tatsächlich vorhanden beiseite“, sagte er. „Wir wissen, dass wir eine großartige Beziehung haben, die wir pflegen und fortsetzen müssen.“ (belga/calü)

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