Charleroi hatte am letzten Spieltag der Europe Play-offs mit 2:0 bei Standard gewonnen und den „Rouches“ damit die letzte Chance auf ein Europapokal-Ticket genommen.
Nach dem Schlusspfiff eskalierte die Situation. Nachdem drei Spieler von Charleroi die Heimfans provoziert hatten, stürmte zunächst ein Anhänger von Standard auf den Rasen, um eine Fahne der Gäste zu entwenden. In der Folge durchbrachen Charleroi-Fans die Absperrungen ihres Blocks und lieferten sich Auseinandersetzungen mit nahegelegenen Heimanhängern. Daraufhin stürmten schätzungsweise 100 bis 200 Standard-Fans von der gegenüberliegenden Tribüne auf das Spielfeld.
Neben den beiden Geisterspielen wurden beide Vereine mit einer Geldstrafe von jeweils 10.000 Euro belegt. Bei Standard wird zudem eine zuvor auf Bewährung ausgesetzte Sanktion vollstreckt: Ein Heimspiel mit geschlossenen Blöcken für die Ultra-Gruppierungen.
Darüber hinaus dürfen in der Saison 2027/2028 keine Auswärtsfans von Standard und Charleroi die jeweiligen Derbys im Stadion besuchen.
Sowohl die beiden Vereine als auch die Staatsanwaltschaft können gegen das Urteil noch Berufung einlegen. Die Staatsanwaltschaft hatte deutlich härtere Sanktionen gefordert und für Charleroi vier sowie für Standard drei Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. (belga/mn)

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