Hitzewelle hält Belgien weiterhin fest im Griff: Minister fordert Aktionsplan

<p>Die aktuelle Hitzewelle soll noch bis mindestens Sonntag anhalten.</p>
Die aktuelle Hitzewelle soll noch bis mindestens Sonntag anhalten. | Illustrationfoto: belga

In Gent wurde am Dienstagabend ein junger Mann in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht, nachdem er beim Baden in der Schelde auf Höhe des Keizerparks untergegangen war. Nach Angaben der lokalen Polizei hatte er sich mit Freunden im Wasser aufgehalten und sich vom Ufer entfernt. Passanten zogen ihn schließlich aus dem Wasser. Baden im Freien ist in Gent nur im Freizeitgebiet Blaarmeersen erlaubt, doch dieses Verbot wird an heißen Tagen häufig missachtet.

Auch politisch sorgt die Hitzewelle für Bewegung. Der föderale Minister für Mobilität und Klima, Jean-Luc Crucke (Les Engagés), fordert eine stärkere Abstimmung zwischen den verschiedenen Regierungsebenen, um Belgien besser an den Klimawandel anzupassen. In einem Schreiben an zuständige Minister schlägt er zwölf Prioritäten für einen interföderalen Aktionsplan vor. Dazu zählen modernisierte Hitzewarnungen, die auch Nachttemperaturen berücksichtigen, ein Ausbau des Warnsystems BE-Alert, ein nationales Netz kühler Orte in öffentlichen Gebäuden, mehr Trinkwasserstellen sowie ein möglicher Einsatz der Armee bei extremen Wetterereignissen. Crucke lädt die Adressaten seines Schreibens für den 1. Juli zu einem Gespräch über extreme Wetterbedingungen ein. In Brüssel treibt die Hitze derweil den Stromverbrauch spürbar nach oben. Nach Angaben des Netzbetreibers Sibelga stieg die Entnahme aus dem Brüsseler Stromnetz während der Hitzewelle im Vergleich zu den Tagen davor im Schnitt um elf Prozent. Besonders auffällig seien höhere Verbrauchsspitzen und ein stärkerer Verbrauch auch in der Nacht, was auf den verstärkten Einsatz von Kühlgeräten hindeute.

Nachdem die SNCB angekündigt hat, bis Freitag rund 100 Züge streichen zu wollen, zieht nun die TEC nach. In den Provinzen Namur und Luxemburg wird der Plan vorübergehend angepasst. Dem Unternehmen zufolge sollen die Auswirkungen auf die Kunden möglichst begrenzt bleiben. Konkret könnten bis Freitag zwischen 13.30 und 17 Uhr einzelne Fahrten ausfallen, wenn sie mit nicht klimatisierten Fahrzeugen durchgeführt werden.

Am Mittwoch wurde zudem ein alter Temperaturrekord gebrochen. In Uccle wurden gegen 13 Uhr 33,2 Grad gemessen. Damit war der 24. Juni der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen für dieses Datum. Der bisherige Tagesrekord hatte bei 32,8 Grad gelegen und stammte aus dem Jahr 1976. (nico)

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